Die Lupine ist nicht nur aussergewöhnlich gesund, sondern auch kälteresistent und eine Bereicherung für Landwirtschaft und Biodiversität.

Die Hülsenfrucht Lupine ist vielfältig einsetzbar: als Snack, in Salaten oder Eintöpfen. (Adobe-Stock)
Mit der neu geschaffenen Auszeichnung «Superfood des Jahres» will die Stiftung Biovision auf Lebensmittel aufmerksam machen, die ihrer Meinung nach künftig in unserer Ernährung eine noch grössere Rolle spielen sollten. So etwa die Lupine, eine Hülsenfrucht mit sehr schöner Blüte. «Kaum eine andere Hülsenfrucht erreicht einen so hohen Proteingehalt wie die Lupine – rund 40 Prozent», heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung. Beeindruckend sei auch die Proteinqualität, denn die Lupine liefere alle wichtigen Aminosäuren. Ihr Ölanteil von fünf bis zehn Prozent bestehe zudem überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren. Weiter ist das Lebensmittel ballaststoffreich und enthält kaum Kohlenhydrate.
Auch für die Landwirtschaft bietet sich die Lupine perfekt an. «Im Gegensatz zur sehr kälteempfindlichen Soja kann der Lupine ein Frost nichts anhaben», schreibt Biovision. Dank ihrer tiefen Durchwurzelung komme sie zudem auch mit Trockenperioden gut zurecht. Die Lupine vermag ausserdem Stickstoff anzureichern und Phosphor zu mobilisieren – beides sind wichtige Nährstoffe für den Ackerbau. «Die Lupine ist somit geradezu ideal für den Anbau in der Schweiz», so die Stiftung. Die Hülsenfrucht eigne sich nicht nur als Tierfutter, sondern finde auch immer mehr den Weg auf den Speiseplan der Menschen – zu Recht. Sie eignet sich als Snack, in einem Salat oder Eintopf, aber auch verarbeitet zu Tofu-Alternativen oder als Lupinenkaffee.
«Die Lupine vereint viele positive Eigenschaften für die menschliche Gesundheit, für die Landwirtschaft und die Biodiversität», begründet Anders Gautschi, Geschäftsleiter bei Biovision, die Wahl zum Superfood 2026. Er ist überzeugt: «Angesichts des Klimawandels und um dem drohenden Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken, sollte die Lupine in Zukunft für unsere Ernährung eine wichtige Rolle spielen.
Die Lupine zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Doch die aggressive Pilzkrankheit Anthraknose führte unter anderem dazu, dass sie heute ein Nischendasein fristet. Neue Züchtungen, die gleichzeitig auch die Bitterstoffe reduzieren, machen den Anbau wieder attraktiv.
(ahü)