Das Aves Hotel in Savognin/GR bezeichnet sich selbst als leicht verrückte Homebase für digitalaffine, naturliebende Gäste.

Ob Hotelgast oder Passant: Softdrinks à discrétion und Kaffee sind im Menüpreis inbegriffen. Bilder Mirko Schadegg
«Wir machen einiges anders als andere und verrücken übliche Abläufe, um Wow-Erlebnisse zu schaffen», beschreibt Hoteldirektor Sandro Zollinger das Konzept des «Aves». Dieses Anderssein beginnt beim Markenauftritt sowie der kollegialen Ansprache der Gäste und reicht bis zur konsequenten Digitalisierung. Die Gäste checken nicht nur selber ein. Sie können mit ihrem Smartphone neben der Zimmertür auch die Tür zum Wellnessbereich öffnen oder bestimmen, wie oft ihr Zimmer gereinigt werden soll.
Ein analoges Beispiel für eine «Verrücktheit» sind die schwarzen Wände in der Lobby und im Restaurant. Kleine und grosse Gäste sind eingeladen, diese zu bemalen oder zu beschriften: mit Zeichnungen, Botschaften oder Zitaten. Letztere gibt es übrigens im ganzen Haus zu entdecken. Im Lift ebenso wie an den Zimmertüren. Die Texte beflügeln die Gedanken, die ja bekanntlich frei sind.
Auch sonst sollen sich die Gäste in der «Aves Homebase Savognin» frei wie Vögel fühlen. Gleichzeitig ist das Hotel und das dazugehörende Apartmenthaus für sie ein kuschliges Nest. Die Allegorie zur Vogelwelt ist nicht zufällig. Der Hotelname Aves ist lateinisch. Er bedeutet Vögel und steht für Freiheit und Raum.
Vögel picken und schnabulieren gerne. Auch dafür ist im «Aves» gesorgt. Die Zimmer sind mit unbestückten Kühlschränken ausgestattet. Im Shop neben der Réception können die Gäste Getränke und Snacks beziehen. Neben Erinnerungsstücken gibt es dort auch essbare Souvenirs aus der Hotelküche zu kaufen. Diese können dann im Zimmer oder in der gemütlichen Lobby des Hotels konsumiert werden.
Natürlich steht den Gästen im «Aves» auch ein Restaurant zur Verfügung. «Unser Food Market bietet jedem Gast individuell das, was er benötigt und möchte», sagt Sandro Zollinger. Der gelernte Koch und Kellner erklärt: «Mittags kann der Gast aus zwei Tagestellern und einem Wochenhit auswählen. Salatbuffet und Suppe, Softgetränke sowie Kaffee oder Tee sind im Preis von rund 30 Franken inbegriffen. Der Gast bedient sich selber; der Hauptgang jedoch wird serviert.»

Die Lobby dient als Aufenthaltsbereich und lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Abends können die Gäste nach Lust und Laune am Food Market schlemmen. Im Fixpreis von 65 Franken sind die alkoholfreien Getränke sowie Kaffee und Tee ebenfalls inbegriffen. Wer nur wenig Hunger hat oder das Essen mit ins Zimmer respektive in die Ferienwohnung nehmen möchte, kann sich seine Portion selber zusammenstellen. Der Preis wird nach Tellergrösse und Portionsgewicht individuell berechnet. Der Gast checkt sein Essen selber aus und bezahlt digital.
Mit diesem Food-Konzept ermöglicht Sandro Zollinger den Gästen grösstmögliche Freiheit bei der Verpflegung. Gleichzeitig will er die vielen Zweitwohnungsbesitzer und Ferienwohnungsgäste im Ort ansprechen und das Serviceteam entlasten. «Die Digitalisierung hilft uns, persönlicheren Service zu bieten. Weil die Mitarbeitenden weniger Routinear-beiten erledigen müssen, haben sie mehr Zeit, die Gäste zu beraten und Zusatzkäufe auszulösen», ist der 45-jährige Hoteldirektor überzeugt.
Wie die meisten Mitarbeitenden war Sandro Zollinger bereits im Haus tätig, als es noch das Jufa-Hotel war. Vor der Wiedereröffnung als «Aves» wurde das 2021 im Holzmodulbau erstellte Hotel für 150 000 Franken sanft renoviert.
(Riccarda Frei)
Sitzplätze Restaurant 200 innen, 60 aussen
Anzahl Hotelzimmer 72 Doppel- und Familienzimmer
Saisonbetrieb Geöffnet von Anfang Dezember bis Ostern und Pfingsten bis Ende Oktober
Anzahl Mitarbeitende 19 mit 1780 Stellenprozent
Seminarräume Zwei