Stefan Minsel erkochte sich im Restaurant Nivo Zwoi in Olten/SO auf Anhieb 14 Gault-Millau-Punkte. Gemeinsam mit dem Gastgeberpaar Anne und Pascal Dumont blickt er zurück auf ein Jahr, das nicht immer einfach war.

Anne und Pascal Dumont (hinten) eröffneten das Restaurant Nivo Zwoi gemeinsam mit Stefan Minsel im November 2025. (Bild ZVG)
Stefan Minsel: Ich war am Tag der Veröffentlichung in den Ferien und habe schon zwei Tage vorher meine Familie nervös gemacht, weil ich nur noch darüber gesprochen habe. Als das Resultat dann draussen war, war die Erleichterung bei allen gross. Für mich ist es eine grosse Anerkennung für die Arbeit, die wir im vergangenen Jahr geleistet haben.
Anne Dumont: Die 14 Punkte hat Stefan zu zweit mit unserem Koch Phillip in unserer Küche erkocht, die nur wenig grösser ist als eine Haushaltsküche. Das finde ich beeindruckend und ist nicht zu unterschätzen. Für uns als junger Betrieb ist es eine grosse Chance, neue Gäste auf uns aufmerksam zu machen. Auf dem Niveau, auf dem Stefan kocht, ist das umso wichtiger, da man nicht jede Woche in ein Fine-Dining-Restaurant essen geht.
Pascal Dumont: Mein Highlight war Silvester. Wir bieten hier eine Gourmetküche in einem ungezwungenen Ambiente. An Silvester hatten wir einige Tische besetzt, obwohl wir erst wenige Wochen geöffnet waren. Unter den Gästen entstand schnell ein Austausch und es war einfach eine tolle Atmosphäre, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Stefan Minsel: Für mich waren es die beiden Four-Hands-Dinners mit Gastköchen. So konnten wir unseren Stammgästen etwas Besonderes bieten und neue Gästegruppen über die Gastköche gewinnen. Und es hat einfach auch Spass gemacht, gemeinsam mit Freunden in der Küche zu stehen.
Pascal Dumont: Ich habe mir zu Beginn einen Digestif-Angebot zusammengestellt, mit verschiedenen Grappas, Rums, und so weiter. Aber es wird fast gar nicht genutzt, weil trotz der guten ÖV-Anbindung viele mit dem Auto kommen und Spirituosen nur selten gefragt sind.
Anne Dumont: Unsere Gäste im ersten Jahr kamen meist aus Olten und der Umgebung. Wir haben festgestellt, dass viele in der Schweiz Olten nicht auf dem Schirm haben und dass die Stadt nicht unbedingt den besten Ruf hat. Diesen Aspekt haben wir vielleicht auch etwas unterschätzt. Aktuell arbeiten wir dagegen an, indem wir in den Sozialen Medien zeigen, was Olten alles zu bieten hat und dass es durchaus eine Reise wert ist.
Stefan Minsel: Ich habe gemerkt, dass das vegetarische Angebot weniger stark genutzt wird, als ich gedacht habe. Was mich positiv stimmt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unsere Küche gut ankommt, ist eine recht hohe Zahl an wiederkehrenden Gästen.
Anne Dumont: Wir haben unsere Karte mit einem Classic- und einem Signature-Menü weiter gefestigt. Wir schauen, dass die Gäste die Möglichkeit haben, fünf vegetarische Gänge zu essen. Ein reines vegetarisches Menü würde hier aber keinen Sinn machen.
Stefan Minsel: Aufgrund dessen, dass es im Sommer viele Veranstaltungen in der Stadt gibt und dass es wirklich sehr heiss war, war es wirtschaftlich nicht einfach. Der Sommer war aber für viele Gastronomen schwierig, wenn man nicht gerade eine Buvette am See hat.
Pascal Dumont: Der Sommer war sehr schwierig. Aber wir sind jetzt guter Dinge, dass wir im Herbst und Winter wieder eine bessere Auslastung haben werden. Gerade auf Weihnachten hin gibt es auch wieder eine grössere Nachfrage für Restaurants wie unseres. Wir haben auch Anfragen für Weihnachtsessen, für kleinere Teams ist das problemlos möglich.
Pascal Dumont: Das «Für Margrit» war natürlich am Anfang auch ein Aushängeschild für das «Nivo Zwoi». Wir waren schon etabliert und man kannte uns. Sonst wäre es noch schwieriger gewesen, Gäste auf das Restaurant im zweiten Stock aufmerksam zu machen.
Anne Dumont: Mit dem «Für Margrit» können wir den Gästen zu jeder Tageszeit etwas bieten. Vom Frühstück über das Mittagessen, das aus dem «Nivo Zwoi» kommt, über den Apéro bis zum Abendessen. Bei allem, was im Hintergrund passiert, gibt es viele Synergien. Bei der Lagerbewirtschaftung und Entsorgung zum Beispiel.
Stefan Minsel: Es wird ein Degustationsmenü geben mit elf Gängen auf 22 Tellern zum ersten Geburtstag vom «Nivo Zwoi». Es wird vielfältig sein und Spass machen. Man muss die Feste feiern, wie sie kommen und ein Geburtstag ist eine gute Gelegenheit, etwas Neues zu probieren. Es freut mich, dass wir an den zwei Abenden schon gut gebucht sind.
Anne Dumont: Wir planen auch nächstes Jahr wieder Spezialwochen, zum Beispiel zum Veganuary wird es ein veganes Menü geben. Auch zu speziellen Anlässen wie dem Valentinstag werden wir etwas Besonderes bieten und es wird auch wieder Four-Hands-Dinners geben. Wir wollen es schaffen, für die Gäste spannend zu bleiben, sodass sie immer wieder zu uns kommen.
Stefan Minsel: Wir geben weiter Vollgas und bauen auf dem auf, was wir bisher geschafft haben.
Hier geht es zum Artikel über das Konzept des «Nivo Zwoi».