Das Restaurant im zweiten Stock

Ein junges Team verwandelte eine Altstadtwohnung in ein Restaurant. Im «Nivo Zwoi» gibt es gehobene Küche in familiärem Rahmen.

Die Kunstwerke hat Gastgeberin Anne Dumont selbst angefertigt – mit Küchenutensilien aus Familienbesitz.  (Finja Basan)

Seit zwei Jahren betreiben Anne und Pascal Dumont in der Oltner Innenstadt das «Für Margrit». Tagsüber gibt es Kaffee, am späten Nachmittag und Abend Apéro und Wein. Als kurz nach der Eröffnung im gleichen Haus eine Wohnung frei wurde und Anne Dumont diese eines Tages eher zufällig besichtigte, kam die Idee auf, ein Restaurant zu eröffnen. «Es war eigentlich zu früh, um zu expandieren», sagt sie. «Doch eine solche Gelegenheit hätten wir so nicht wiederbekommen.»

Vom Entscheid bis zur Eröffnung des «Nivo Zwoi» im vergangenen November vergingen eineinhalb Jahre. Schon früh wurde Küchenchef Stefan Minsel ins Boot geholt, damals noch ein Bekannter von Pascal Dumont. Minsel bringt viel Erfahrung mit, erkochte sich unter anderem im Restaurant Solbad Schweizerhalle in Muttenz/BL 13 Gault-Millau-Punkte. Das gastronomische Konzept überliess das Gastgeberpaar dem Küchenchef. «Das Menü widerspiegelt meinen Lebenslauf», sagt er. «Dazu kommen neue Ansätze, die zum Konzept passen.» In der Küche unterstützt ihn Mitarbeiter Patrick Baumann. Zu den Vorlieben von Stefan Minsel gehört die Neuinterpretation von Klassikern. Im Menu Classic serviert er zum Beispiel ein modernes Vitello tonnato und Rinderfilet à la Wellington.

«Beim Signature-Menü lebe ich meine Ideen und meine Kreativität etwas mehr aus», sagt der Küchenchef. Er kombiniert Geschmackswelten und Texturen, um alle Sinne anzuregen. So kommt die Jakobsmuschel mit Couscous einmal kalt mit einem Sorbet daher und einmal warm mit einem Mandarinen-Schaum. «Mit den beiden Menüs können wir verschiedene Gästegruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen bedienen.» Bei der Bestellung ist das Team flexibel. Die Gäste können Gerichte aus den Menüs kombinieren oder auch Salat oder Dessert aus dem À-lacarte-Bereich integrieren.

Zum Essen gibt es Wein sowie eine alkoholfreie Getränkebegleitung, die Anne und Pascal Dumont gemeinsam auswählen. Die beiden wechseln sich als Gastgeber ab, während sich der jeweils andere um die Kinder kümmert, wie Anne Dumont erläutert.

Ein Amuse-Bouche mit Felsenauster, Gemüsetatar und Süsskartoffel. (Branddrvn)

Raum für Gespräche

Der Umbau der Wohnung lief laut den Gastgebern überraschend reibungslos. Sogar die Installation des Warenliftes, der durch Büros im ersten Stock führt, habe problemlos geklappt. Bei der Inneneinrichtung war es dem Team wichtig, die Bestuhlung locker zu halten. «Wir haben auch viel getan, um den Schall zu dämpfen, sodass man sich gut unterhalten und das Essen geniessen kann», sagt Anne Dumont. Der Start des «Nivo Zwoi» sei gut gelaufen, so die Gastgeberin. «Es braucht viel Optimismus und ein wenig Naivität, um so ein Projekt überhaupt zu starten.» Mit diesem Optimismus gehe man nun auch weiter.

Mit der Eröffnung des «Nivo Zwoi» ergeben sich verschiedene Synergien mit dem «Für Margrit» im Erdgeschoss. Zum Beispiel was Lagerfläche, Einkauf und Mitarbeitende betrifft. Seit Ende Januar kreiert das Küchenteam zudem jeweils ein Fleisch- oder Fisch- sowie ein vegetarisches Mittagsmenü für die Gäste des «Für Margrit».

«Wir entwickeln das Konzept stetig weiter und sind offen für Anpassungen», sagt Stefan Minsel. Künftig will er zum Beispiel vermehrt vegetarische Gerichte in seine Menüs einbauen, die mit wenigen Anpassungen auch vegan funktionieren.

(Alice Guldimann)


Fakten und Zahlen

Sitzplätze 20 bis 30. Im Sommer auch auf der Terrasse.

Öffnungszeiten Mittwochs bis samstags; ab 18 Uhr

Familiengeschichte Das Haus an der Kirchgasse 11 in Olten gehörte ursprünglich Anne Dumonts Urgrosseltern Margrit und Ernst Felchlin.

Integriert in der Stadt Mit besonderen Pop-ups am Oltner Adventsdorf, an der Fasnacht oder der Chilbi.


Mehr Informationen unter:

nivozwoi.ch
fuermargrit.ch