In der Vorbereitung auf den Culinary World Cup 2026 in Luxemburg sind neue Mitglieder zu den Schweizer Kochnationalmannschaften gestossen. Wir haben ihnen auf den Zahn gefühlt.

Selina Frech, François Goretta und Karina Weber. (ZVG)
1 Weshalb wollten Sie Teil der Schweizer Kochnationalmannschaften werden?
2 Welches sind Ihre Aufgaben im Team?
3 Was macht Schweizer Kochkunst für Sie aus?
4 Welches Lebensmittel darf in Ihrer Küche nie fehlen?
5 Gibt es einen kulinarischen Trend, den Sie nicht verstehen?
6 Mit wem würden Sie gerne einmal in der Küche stehen?
7 Wo trifft man Sie an, wenn Sie nicht gerade in der Küche sind?

Die 22-Jährige ist derzeit im Restaurant Sablier am Flughafen Zürich tätig. Davor absolvierte sie ihre Lehre im Seminar- und Kongresshotel Seedamm Plaza in Pfäffikon/SZ.
1 Schon beim Start meiner Lehre als Köchin machte ich mir gemeinsam mit meiner Familie Gedanken darüber, welche Wege es für mich in Zukunft gibt. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch, und als ich hörte, dass es eine Kochnationalmannschaft gibt, wusste ich, dass ich eines Tages Teil dieses Teams sein wollte. Gemeinsam etwas erreichen und für seinen Traum kämpfen zu können, ist ein wunderschönes Gefühl.
2 Im Team funktioniere ich als Allrounderin. Während der Vorbereitungen bin ich zum Beispiel für das Packen des ganzen Materials zuständig. Während der Testläufe helfe ich in der Kochbox mit – ich darf dann zwar keine Lebensmittel anfassen, bin aber für alles andere da. Zum Beispiel bei Stromausfällen, Schnittverletzungen, zum Abwaschen oder auch einfach, um die Teammitglieder ans Wassertrinken zu erinnern. Ich pushe das Team vom Anfang bis zum Ende.
3 Schweizer Kochkunst bedeutet für mich das Arbeiten mit regionalen Produkten. Durch die Vielseitigkeit der verschiedenen Sprachregionen und der Berge verfügen wir über eine sehr grosse Vielfalt an Lebensmitteln – von herzhaft bis süss ist alles dabei.
4 Butter darf nie fehlen. Die verschiedenen möglichen Kombinationen aus Geschmack und Textur machen sie besonders. Zudem ist sie ein Geschmacksträger, der sogar Saucen binden kann und sofort ein volleres Gefühl im Mund gibt.
5 Kulinarische Trends gibt es sehr viele. Einer der aktuellen Trends, die nichts für mich persönlich sind, ist die vegane Ernährung. Trotzdem kann man kulinarisch in diesem Bereich vieles umsetzen.
6 Letztens traf ich Silvio Germann bei einem Event und konnte ein paar Worte mit ihm austauschen. In sein Restaurant würde ich gerne mal reinschauen. Aktuell darf ich ein Praktikum im Elsass in der Villa René Lalique bei Küchenchef Paul Stradner absolvieren, was eine sehr lehrreiche Erfahrung ist.
7 Momentan gibt es nicht viele Momente, in denen ich nicht in der Küche stehe. Aber wenn, dann verbringe ich gerne Zeit mit meinem Freund und meiner Familie. Zudem bin ich sehr sportinteressiert.

Der 21-Jährige absolviert die Rekrutenschule für selektionierte Truppenköche und ist Teil des «Swiss Armed Forces Culinary Teams». Zuvor war er im L’Hôtel de Ville de Crissier/VD tätig.
1 Nach den Swiss Skills 2025, an denen ich den zweiten Platz belegte, wurde ich von Marco Steiner, dem Teammanager der Schweizer Kochnationalmannschaften, kontaktiert. Das war eine schöne Überraschung, und ich habe sofort zugesagt. Für einen jungen Koch wie mich ist das eine einmalige Gelegenheit, mich weiterzuentwickeln. Ausserdem liebe ich Wettbewerbe und Herausforderungen.
2 Zusammen mit meinem Teamkollegen Thomas Bissegger bin ich für die Vorspeisen beider Programme zuständig, die wir für Luxemburg vorbereiten. Von Thomas kann ich sehr viel lernen, da er bereits ein eigenes Restaurant geführt hat und über ein enormes Fachwissen verfügt.
3 Wir haben hier in einem kleinen Land eine grosse Vielfalt an einheimischen Produkten: Pflanzen, Getreide, Käse, Fleischprodukte, Metzgerspezialitäten und vieles mehr. Nicht zu vergessen unser Obst und die daraus hergestellten Erzeugnisse. Im Jura habe ich zum Beispiel die Pflaumensorte rote Damassine und ihren Schnaps entdeckt.
4 Das ist zweifellos die Butter! Ein tierisches Fett, das in vielen Gerichten unverzichtbar ist. Aber wenn ich so darüber nachdenke, wäre ich auch ziemlich unglücklich, wenn mir Knoblauch oder Zwiebeln fehlen würden.
5 Einen Trend, den ich gar nicht verstehe, gibt es eigentlich nicht. Aber ich bin zum Beispiel kein besonderer Fan der Molekularküche – auch wenn ich zugeben muss, dass sie spektakuläre Ergebnisse erzielt. Aber sie ist mir zu nah an der Chemie, und das ist weniger meins.
6 Als ich zwölf Jahre alt war, träumte ich davon, in der Küche des L’Hôtel de Ville de Crissier/VD für Küchenchef Franck Giovannini zu arbeiten – und das habe ich geschafft. Ansonsten habe ich in dieser Hinsicht keine besonderen Wünsche mehr. Ich möchte das tun, was mich interessiert und begeistert – ganz egal mit wem.
7 Zuhause bei meiner Familie, draussen beim Laufen, beim Angeln mit meinem Bruder oder beim Aperitif mit Freunden – oder entspannt zuhause.

Die 20-Jährige arbeitet im Hotel Hermitage Lake Lucerne in Luzern. Sie ist wettbewerbserfahren: 2024 wurde sie Dritte beim Hug Creative Tartelettes Contest und 2025 Vierte bei den Swiss Skills.
1 Durch meine Erfahrungen bei Einzel-Kochwettbewerben habe ich gemerkt, dass mir oft etwas Entscheidendes gefehlt hat: der gemeinsame Austausch und das Erleben des Wettbewerbs mit anderen Teilnehmenden. Obwohl solche Wettbewerbe spannend und herausfordernd sind, bleibt immer ein gewisser Konkurrenzgedanke im Vordergrund. In einem Team hingegen fühlt sich alles viel harmonischer und motivierender an. Man kann Ideen teilen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Genau dieses Miteinander macht für mich den grössten Unterschied aus. Die Zusammenarbeit, der Teamgeist und die Möglichkeit, Erfolge gemeinsam zu feiern, geben dem ganzen Erlebnis eine viel stärkere und schönere Bedeutung.
2 Ich bin im Pâtissier-Team. Das bedeutet, dass ich zusammen mit meiner Teamkollegin Merlin Lichtensteiger für das Dessert zuständig bin.
3 Für mich macht die Schweizer Kochkunst vor allem die enge Verbindung zur Natur aus. Die Berge, Seen und Flüsse prägen nicht nur die Schweizer Landschaft, sondern auch die Küche und die Produkte unseres Landes.
4 Für mich ist Butter unverzichtbar, weil sie jedem Gericht das gewisse Extra gibt. Und seien wir ehrlich: Ohne Butter wäre Kartoffelstock nur halb so gut.
5 Den Trend mit der Dubai-Schokolade habe ich nie verstanden. Sie wirkt für mich eher wie ein Internet-Trend – geschmacklich ist sie meiner Meinung nach nicht wirklich etwas Besonderes.
6 Ich würde gerne mit Fredrik Berselius in der Küche stehen. Er ist der Gründer des Restaurants Aska in Brooklyn, New York. Besonders spannend finde ich, wie Fredrik Berselius mit Fermentation, Feuer und natürlichen Aromen arbeitet. Ich glaube, dass ich von seiner Denkweise und seiner Liebe zu hochwertigen Produkten sehr viel lernen könnte.
7 Man trifft mich meist draussen an, sei es beim Sport oder unterwegs mit Freunden. Manchmal aber auch drinnen auf dem Sofa mit einem spannenden Buch.