Der neue STV-Präsident Reto Nause zieht ein Fazit der ersten Monate im Amt und blickt in die Zukunft des Schweizer Tourismus.

Macht viel Ferien in der Schweiz: STV-Präsident Reto Nause. (STV)
Das Präsidium zu übernehmen ist ein grosses Vertrauen und zugleich eine klare Verpflichtung, den Tourismussektor politisch weiter zu verankern und nachhaltig aufzustellen. Entscheidend war der rasche Austausch mit den Kernmitgliedern und der Direktion sowie die Einschätzung des status quo: Welche Themen müssen in Bundesbern verständlich und geschlossen vertreten werden?
Priorität hatte, die politischen Rahmenbedingungen zu stabilisieren – insbesondere die Diskussion um die langfristige Finanzierung der touristischen Förderinstrumente. Wenn der Bund spart, braucht der Tourismus eine sachliche, gemeinsame Lösung: Was leisten Instrumente wie Neue Regionalpolitik, Innotour und Schweiz Tourismus – und weshalb sind sie für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Resilienz zentral? Wir konnten sowohl für das Budget 2026 Erfolge verzeichnen als auch im Rahmen des Entlastungspakets die Förderinstrumente sichern.
Bern Welcome hat mir gezeigt, wie stark Kooperation wirkt, wenn alle relevanten Akteure an einem Tisch sitzen: Hotellerie, Gastronomie, Veranstalter, Mobilität, Kultur. Erfolgreiche Angebotsentwicklung entsteht oft über Nischen und kluge Partnerschaften. Diese Logik lässt sich auch ohne Angebotsentwicklung national auf die Ebene des Dachverbandes übertragen: Es ist die Aufgabe des Schweizer Tourismus-Verbands, Brücken zu bauen und den Austausch entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette zu stärken.
Die aktuelle Entwicklung ist erfreulich, aber nicht automatisch komfortabel. Der Tourismus reagiert empfindlich auf geopolitische Spannungen, Währungsschwankungen und Wirtschaftskrisen. Die negativen Auswirkungen sind dann jeweils direkter und stärker als bei anderen Wirtschaftssektoren. Gerade weil die Welt fragil ist, ist es gefährlich, aus guten Zahlen eine Garantie für morgen abzuleiten.
Jetzt ist der Moment, um gezielt zu investieren: in die Nachhaltigkeitsentwicklung, in zeitgemässe Infrastruktur und in innovative Angebote. Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit des STV kann für diese Herausforderungen Anlaufstelle sein und gezielt unterstützen oder entsprechend vernetzen. Ausserdem braucht es eine breitere Abstützung: Der Inlandtourismus ist in Krisenzeiten eine Lebensversicherung, gleichzeitig bleiben internationale Gäste wichtig für die ganzjährige Auslastung. Und zuletzt ist Zusammenarbeit wichtig: im Sektor, mit Regionen und Verbänden – damit Innovation und Angebotslenkung gelingen.
Ganz oben steht der Fachkräftemangel. Gerade in der Diskussion über die bilateralen Beziehungen mit der EU ist diese Thematik wichtig, denn der Tourismus ist angewiesen auf Fachkräfte aus dem europäischen Raum. Dazu kommen Klimawandel, Digitalisierung und demografische Veränderungen. Aber auch globale Spannungen, die Reiseentscheidungen und Märkte rasch verändern können. Der gemeinsame Nenner ist Resilienz: Der Tourismus braucht stabile Rahmenbedingungen, Innovationsbereitschaft und eine koordinierte Stimme in der Politik.
Ja – bei allem Leid und bei allen wirtschaftlichen Schäden. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig der Inlandtourismus ist, wie anpassungsfähig der Sektor ist und wie schnell sich Angebote entwickeln lassen, wenn der Druck hoch ist. Zudem hat die Bevölkerung die Vielfalt des eigenen Landes neu entdeckt – Stadt und Land, Berge und urbane Räume. Diese Bewegung ist auch deshalb eine Chance, weil die Entwicklung im Einklang mit der Bevölkerung gedacht wird und die Tourismusakzeptanz so gezielt gefördert werden kann.
Ich hatte im letzten Sommer das Vergnügen, AC/DC in Berlin und Düsseldorf live erleben zu dürfen. Beide Konzerte waren fantastisch.
Ich mache oft Ferien in der Schweiz – es gibt tausend Orte mit Charme, die es sich zu besuchen lohnt. Persönlich zieht es mich auch häufig nach Crans-Montana, wo ich das Glück habe, eine Ferienwohnung zu besitzen.
(Angela Hüppi)