«Das Konzept bestimmt die Art der Küchengeräte»

Küchentechnik und Kochmethoden unterliegen Trends. Deshalb gibt es – nicht nur – in Grossküchen immer Investitionsbedarf.

Die Roeschlin AG in junge Hände zu übergeben, ist eines der Ziele des Firmeninhabers Franz Habermacher. (ZVG)

Herr Habermacher, die Roeschlin AG in Rafz/ZH ist seit 1974 Lieferantin für hochwertiges Grossküchenzubehör. Welche Artikel sind aktuell besonders gefragt?

Da kann ich viele aufzählen. Intelligente Kombidämpfer, Regeneriergeräte, Vario-Cooking-Center, Warmhaltewagen mit Induktion, Transportwagen kalt und neutral oder Wärmewagen für Teller und Tassen sind nur einige Beispiele.

In welchen Segmenten wird am meisten investiert?

In den Segmenten Spitäler und Heime wird momentan sehr viel erneuert. In der Gemeinschaftsverpflegung wird weniger investiert. Seit Corona und dem Trend zu mehr Homeoffice sind Mitarbeiterrestaurants bis heute weniger gut frequentiert.

Bei der Gründung durch Alfons Roeschlin lag der Fokus auf der Vermarktung innovativer Speisenverteilsysteme. Wie gross ist dieser Markt?

Der Markt ist gut und wird in nächster Zeit eher grösser. Es werden vermehrt Heime und Pflegeinstitutionen geplant und gebaut. Durch die Demografie braucht es in Zukunft massiv mehr Plätze.

Was darf heute in keiner Grossküche fehlen?

Unverzichtbar sind Induktionsherde, Kombidämpfer, Regenerationsgeräte. Auch Schockfroster, Schnellkühler, Sous-vide- und Vakuumiergeräte dürfen nicht fehlen. Die Liste lässt sich je nach Konzept beliebig erweitern.

Wie haben sich die Speisenverteilsysteme in den vergangenen 50 Jahren entwickelt?

Früher wurde in grossen Kochkesseln gekocht, warmgehalten, geschöpft und verteilt. Heute sind die Anforderungen betreffend der Flexibilität und dem Angebot sowie der ernährungstechnischen Vielfalt enorm gestiegen.

Welches sind die neuesten Geräte und was können diese?

Es gibt viele hervorragende Geräte. Ich möchte keine Marken nennen. Die meisten der heutigen Geräte garantieren eine konstant hohe Qualität. Sie ermöglichen effiziente Abläufe und sichern eine prozessorientierte Produktion.

Elektrische Geräte warten mit vielen Programmen auf. Werden diese schwieriger zu bedienen?

Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil. Die Anwendung ist menügesteuert. Bei entsprechender Mitarbeiterschulung wird die Bedienung der Geräte immer einfacher.

Welchen Einfluss hat KI in Grossküchen?

KI optimiert sicher die Menüplanung, den Mitarbeitereinsatz und kann Food Waste verhindern.

Wie reagieren Sie als Händler von Zubehör darauf?

Auch uns hilft KI. Zum Beispiel bei der Bedarfsabklärung. So hilft sie, mit vordefinierten Parametern die Menge der eingesetzten Geräte zu optimieren.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft. Kündigt sich in Bezug auf die Grossküchenausstattung etwas Neues an?

Es wird sicher Geräte geben, die energieeffizienter werden.

Was schätzen Sie persönlich an der Gastronomie?

Ich schätze den persönlichen Austausch mit Gastronomen, Köchen und Produzenten. Ich bin über 50 Jahre in der Gastronomie tätig und habe noch keinen Tag bereut.

Haben Sie einen Tipp für junge angehende Unternehmer in der Gastronomie?

Wer einen Gastrobetrieb übernehmen will oder eine Konzeptänderung in Betracht zieht, sollte sich professionelle Hilfe holen. Gastronomie-Berater haben Erfahrung in Wirtschaftlichkeitsberechnung, Prozessen oder Mitarbeiterschulung. Eine Beratung ist nicht kostenlos, aber sie lohnt sich auf alle Fälle.

(Gabriel Tinguely)


Mehr Informationen unter:

roeschlinag.ch


Zur Person

Nach der Kochlehre bildete sich Franz Habermacher in Administration, Management und Informatik weiter. Er führte ein eigenes Restaurant, hatte die Verantwortung über die EDV in einem Grossbetrieb und Übernahm 1995 die Roeschlin AG. Neben Haus, Garten und Familie interessiert er sich für Politik, Wirtschaft und Wein.