Das Stelldichein der besten Schweizer Weine

Zum 20. Mal wurden am Grand Prix du Vin Suisse beste Schweizer Winzer und Weine ausgezeichnet.

Weine keltern ist Familiensache: Vater Claudy Clavien mit Tochter Shadia. (ZVG)

Die «Gala des Schweizer Weins» mit der Preisverleihung des Grand Prix du Vin Suisse gilt als Höhepunkt des Weinjahres. Mehr als 600 Winzerinnen und Winzer, Vertreter von Verbänden und der Politik, Fachjournalisten sowie Weinliebhaberinnen und Weinfreunde haben am 23. Oktober im Kursaal Bern den Schweizer Wein gefeiert. Für die 20. Ausgabe des «Grand Prix» reichten Weingüter aus 19 Kantonen 2844 Weine ein. 425 davon erhielten eine Goldmedaille, 455 wurden mit Silber ausgezeichnet und 102 Weine wurden in 16 Kategorien für das grosse Finale nominiert. Ein interessantes Detail: Von der rekordhohen Zahl von 15 Weinmachern wurde dieses Jahr mehr als ein Wein nominiert. Als Folge holten sich drei Weinbaubetriebe in drei Kategorien mehrere Podestplätze. So erreichten die Brüder Laurent und Nicolas Martin von der Cave du Consul in Perroy/VD mit ihren AOC La Côte Grand Cru «Bérollon» 2025 und «Crêt de Bayel Féchy» 2025 in der Kategorie Chasselas den zweiten und dritten Platz. Mit dem Cornalin 2025 und dem Cabernet Franc 2024 AOC Valais sicherte sich die Cave Fernand Cina aus Salgesch/VS in der Kategorie sortenreine Rotweine den ersten und zweiten Rang. Einen ersten und zweiten Platz erreichte auch die Domaine Dussex aus Charrat/VS. Dies mit dem Grain Noble Les Parcellaires 2018, einer Assemblage aus Petite Arvine und Marsanne, sowie dem Gauthier Les Parcellaires 2017, einer besonderen Familien-Cuvée, die nach dem Vornamen des Sohnes von Gabriel Dussex benannt ist. Die Resultate können auf der Website des Grand Prix du Vin Suisse aufgerufen werden.

Nathalie Dugerdil vom Weingut Clos du Château in Satigny/GE durfte den Prix Vin Bio entgegennehmen. Dies für ihren «MajesT», einer Assemblage aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Vom Jahrgang 2023 sind nur noch wenige Magnum-Flaschen erhältlich.


«Wir müssen selbstbewusst für die Qualität unserer Weine einstehen.»

Weine keltern ist Familiensache: Vater Claudy Clavien mit Tochter Shadia. (ZVG)


DIEGO MATHIER, WINZERLEGENDE AUS SALGESCH

Mit dem Prix Vinissimo zeichneten die Juroren je einen weissen und roten «Coup de coeur» aus. Diese Spezialpreise gingen an den Ermitage Nadia Mathier 2025 von Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen AG in Salgesch und an die Cuvée Prestige Fernand Cina 2023 von Fernand Cina, ebenfalls aus Salgesch.

Weingut des Jahres...

Eine Achterbahn der Gefühle erlebte die Familie Clavien. In vier Kategorien wurde sie auf die Bühne gerufen. Bei den weissen Assemblagen und beim Syrah reichte es zum Sieg. In der Kategorie Gamay wurde sie zweite und beim Rosé blieb es bei der Nomination. Diese Erfolge krönte der prestigeträchtige Titel «Weingut des Jahres». Die Freude darüber war riesig. Claudy Clavien, der Gründer des gleichnamigen Weinguts in Miège/VS, gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des Walliser Weinbaus. Heute wird er von seiner Tochter Shadia unterstützt. Sie hat sich an der Fachhochschule in Changins zum Bachelor in Weinbau und Önologie ausbilden lassen und auf zahlreichen Top-Weingütern Erfahrungen gesammelt. «Die Trophäe wird einen Ehrenplatz erhalten», sagte Shadia Clavien mit Freudentränen in den Augen.

... und Weingut des Jahrzehnts

Der zum zweiten Mal vergebene prestigeträchtige Titel «Weingut des Jahrzehnts» ging an Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen AG in Salgesch. Diego Mathier beschreibt den Weg zum Erfolg dann auch als langfristige gemeinsame Leistung: «Wir sind Marathonläufer, keine Sprinter. Hinter den Ideen steht ein erfahrenes Team, das diese im Alltag mitträgt und Verantwortung über- nimmt.» Die Familie arbeitet eng zusammen: Nadia Mathier ist seit 2004 im Unternehmen tätig und alle fünf Töchter sind inzwischen auch eingestiegen und verantworten eigene Bereiche. Mit der Auszeichnung verbindet Diego Mathier auch einen Auftrag an die Branche: «Schweizer Weinproduzenten sollten selbstbewusst für die Qualität ihrer Weine und den Wert der Schweizer Weinregionen einstehen.» Am Ende des Abends erhielt Diego Mathier für seine Ansprache deutlich mehr Applaus als die Grussbotschaft aus der Politik zu Beginn der Gala.

(gab)


Mehr Informationen unter:

grandprixduvinsuisse.ch