Die Zeit verleiht einer Cuvée Magie

In der Champagne gilt 2008 als goldener Jahrgang. Jetzt präsentiert Pommery die ersten Flaschen der exklusiven Cuvée Louise.

Baptiste Chazeaud, stellvertretender Kellermeister bei Champagne Pommery, gibt Auskunft über die Besonderheiten der einzelnen Jahrgänge. (Bilder ZVG)

Die Festtage rücken näher. Damit verbunden sind immer auch exquisite kulinarische Genüsse. Einen Vorgeschmack darauf präsentierten Christian Schmed von Champagne Pommery und Raphael Lenherr von Hugo Dubno im Atelier Uniquisine in Stansstad/ NW Ende Oktober. Dort sorgen Sternekoch Christoph Aebersold und Gastgeber Agron Tunprenkaj seit fast zehn Jahren für geschmackliche Höhenflüge.

Champagne Pommery nutzte den Event zur Präsentation der Cuvée Louise Brut Millésime 2008. In diesem Jahr sorgte ein kühler, sonniger Sommer für die knackige Frische des Weins. Optimal reif geerntete Trauben verliehen ihm die präzise Balance von Körper und Fülle. 17 Jahre auf den Feinhefen, degorgiert wurde erst im November 2025, gaben dem Champagner Intensität und Tiefe.

Dieses Meisterwerk verdient dann auch eine spezielle Verpackung. Für das Design des Jahrgangs 2008 hat Champagne Pommery die Farben Hellblau, Rot und Gold ausgewählt. Sie symbolisieren die drei Grand-Cru-Lagen in Avize und Cramant für Chardonnay sowie Aÿ für Pinot Noir. Zwei zu eins ist dann auch das ungefähre Verhältnis der beiden Rebsorten in der Cuvée Louise, die 1979 erstmals produziert wurde. Bis heute wird die Cuvée Louise nur in besten Jahren und immer als Jahrgangs-Champagner hergestellt. Louise Pommery war es auch, die 1874 den ersten trockenen Nature-Champagner vinifizierte und damit die Champagnerwelt revolutionierte.


«Entscheidend für einen grossen Wein ist das Terroir und viele präzise ausgeführte Details.»

Baptiste chazeaud, önologe bei champagne pommery


BAPTISTE CHAZEAUD, ÖNOLOGE BEI CHAMPAGNE POMMERY

Den Auftakt zur Altona-Kaviar-Degustation von Hugo Dubno machte die Cuvée Louise Brut Nature 2006. Deren Kombination von frischer Säure und mineralischer Strenge ergänzte sich perfekt mit den cremig-buttrigen und leicht salzigen Ossetra-, Belugaund Imperial-Kaviaren.

Grosse Champagner brauchen Platz im Glas

Zu jedem Gericht wurde ein anderer Jahrgang Cuvée Louise Brut serviert. Höhepunkte waren ein leicht oxidativer 2002er zu Jakobsmuscheln auf Selleriepüree mit Périgord-Trüffeln und ein zitrusfruchtiger 2005er aus der Magnum zu Kabeljau mit Sauerkraut und Kräuteröl. Der bereits beschriebene 2008er ergänzte sich mit Kalbfleisch, kräftigem Jus, geschmorter Zwiebel und Steinpilz.

Einmal mehr war die Beobachtung interessant, dass Cham-pagner mit vielen Jahren auf den Feinhefen zu einer «Altersreduktion» tendieren. Das bedeutet, dass ihr Bouquet verschlossen ist. Um die ganze Schönheit der Aromen zu erleben, muss der Wein wie Dornröschen wachgeküsst werden. Das geht am besten, indem der Champagner in Gläsern mit möglichst grossen Kelchen kredenzt wird.

(Gabriel Tinguely)


Mehr Informationen unter:

champagnepommery.comdubno.ch


Cuvée Louise

Brut Nature 2006 Strohgelb funkelt der Wein im Glas. Grosszügig duftet er nach Quittenpaste, Mirabelle und hell gerösteter Brioche. Feinste Perlen verleihen dem Wein eine cremige Textur. Frische Säure und subtile Bitterkeit mit Noten von Zitronenschale gehen über in langanhaltende Finesse.

 

Millésime 2008 Brut Kristallklar und blassgolden im Glas. Auf das dezent reduktive Bouquet mit Röstaromen folgen Noten von Trockenfrüchten, Orangenzeste und Haselnüssen. Lebendige Frische verleiht dem Wein Energie. Es folgen kräftige Fülle in der Mitte und salzige Mineralität im Nachhall.