Im Alter ist Essen weit mehr als Nahrungsaufnahme. Die Kunst liegt darin, Gewohntes und gesundheitlich Notwendiges in Einklang zu bringen.

Die Liste der Mitgliedschaften und Erfolge von Beat Weibel ist vielfältig. Dabei ging es immer um eine Sache: den Kochberuf weiterzubringen. (ZVG)
Der Burgerspittel ist die Altersinstitution der Burgergemeinde. An zwei Standorten in der Stadt Bern leben rund 190 ältere Bewohnerinnen und Bewohner. Der Burgerspittel bietet zwei Wohnformen an: Wohnen mit Dienstleistungen und Wohnen mit Pflege. Das Angebot richtet sich an die gesamte Bevölkerung – die Zugehörigkeit zur Burgergemeinde Bern ist keine Voraussetzung. Die hohe Dienstleistungsbereitschaft sowie eine herausragende Gastronomie bieten optimale Lebensqualität. Rund 200 Mitarbeitende aus über 20 Nationen sorgen für das Wohlbefinden unserer Bewohnenden.
Es ist uns gelungen, sie stets zu erinnern, genug Flüssigkeit aufzunehmen. Trinken ist das eine. Auch wasserhaltige Früchte wie Melonen haben dazu beigetragen, dass unsere Bewohnenden genug Flüssigkeit aufnahmen. Trinkprotokolle und regelmässige Getränkerunden auf den Stationen oder der Restauration waren dennoch nötig und wichtig.
Die Grundstruktur des Menüplanes musste nicht angepasst werden. Da wir unsere Menüs im Sommer ohnehin auf leichte und proteinreiche Gerichte ausrichten. Was wir zusätzlich angeboten haben, waren kalte Suppen, wasserhaltige Früchte und ein reichhaltiges Salatbuffet.
Die Mahlzeiten im Burgerspittel sind für die Bewohnenden jeden Tag ein Höhepunkt. Wir bieten eine vielfältige, ausgewogene, qualitativ hochstehende Ernährung, gepaart mit regelmässigen kulinarischen Überraschungen. Unsere Bewohnenden laden ihre Angehörigen zu uns in den Burgerspittel ein, um gemeinsam zu essen. Aussagen wie «wir kommen lieber zu Ihnen, als in ein Restaurant in der Stadt zu gehen», erfüllen uns mit Freude.
Die Ernährung hat sich in den letzten 30 Jahren grundsätzlich verändert. Die Zeit, als Wiener Schnitzel mit Pommes frites das höchste der Gefühle waren, ist Geschichte. Die Vielfalt hat zugenommen. Das Angebot ist internationaler geworden. Selbst asiatische Gerichte werden geschätzt. In der Küche gleich geblieben ist die Liebe zum Beruf, zum Handwerk sowie das Bekenntnis zu guter Qualität der Produkte. Der «Einheitsbrei» der Lebensmittelindustrie darf nicht als Standard implementiert werden. Zudem sind genügend Proteine in allen Mahlzeiten für ältere Menschen sehr wichtig.
Wir arbeiten in einer mit modernen Geräten eingerichtete Küche. Die Bewohnenden kommen zum Essen ins Restaurant, wo sie ihren Tisch haben, und jeder Teller wird individuell angerichtet. Für Bewohnende, die Pflege benötigen, bieten wir dasselbe Angebot wie für die Gäste im Restaurant an.
Kostendruck und Fachkräftemangel werden sich verschärfen. Deshalb ist es sehr wichtig, in die Ausbildung zu investieren. Unser Leiter Küche absolviert eine fokussierte Weiterbildung, die Berufsbildende für die Ausbildung junger Köche und Köchinnen umfassend – zum Beispiel im kommunikativen Bereich – befähigt.
Unser Netzwerk und Fachtagungen zum Thema sind wichtig. Doch das Wichtigste ist das Feedback, das wir in persönlichen Gesprächen mit unseren Bewohnenden erhalten.
Mit zunehmendem Alter werden die Portionen immer kleiner. Aus diesem Grund ist es wichtig, mit hochwertigen Produkten zu arbeiten, um eine proteinreiche Ernährung sicherzustellen.
Ja. Unsere Seniorinnen und Senioren sind sicher anspruchsvoller als noch vor zehn Jahren. Wir berücksichtigen dies und bieten ihnen eine hohe Dienstleistungsbereitschaft und kulinarische Qualität.
Ich hoffe, dass ich noch lange selbst kochen darf und dann später einmal eine selbstbestimmte, abwechslungsreiche und ausgewogene Küche serviert bekommen werde.
(Gabriel Tinguely)