Noch erfreut sich der Tourismus in der Schweiz eines grossen Rückhalts. Bedenken wegen Massentourismus und respektlosem Verhalten gibt es dennoch. Das Projekt «Travel with care. Leave with memories» soll für ein besseres Miteinander von Touristen und Bevölkerung sorgen.

Solche Visualisierungen sollen ein respektvolles Miteinander von Touristen und Bevölkerung fördern. (Schweiz Tourismus/André Meier)
Zwei neue Instrumente sollen Destinationen und Betriebe dabei unterstützen, den Tourismus im Einklang mit Bevölkerung, Natur und Infrastruktur weiterzuentwickeln und die Akzeptanz für den Tourismus zu stärken. In einem Webinar des Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit des Schweizer Tourismus-Verbands STV wurden diese vorgestellt. Sie sind Teil des Projekts «Travel with care. Leave with memories», der ersten nationalen Initiative zur Stärkung der Tourismusakzeptanz in der Bevölkerung. Lanciert wurde das Projekt von Schweiz Tourismus und der Regional Tourism Alliance gemeinsam mit dem Schweizre Tourismus-Verband und weiteren Partnern.
Zum einen wurde im Rahmen des Projekts eine Branchen-Toolbox erstellt: ein praxisnaher, kostenloser Werkzeugkoffer für Destinationen und Betriebe, der helfen soll, das Thema Tourismusakzeptanz gezielt anzugehen. Sechs Module fühlen Schritt für Schritt durch zentrale Handlungsfelder wie Stakeholdermanagement, Gästebeteiligung und Kommunikation. Neben Good-Practice-Beispielen gibt es nützliche Tipps und Tricks sowie Checklisten für eine strukturierte Herangehensweise. «Die Module sind flexibel nutzbar und können ganz einfach an lokale Begebenheiten angepasst werden», erklärte Malin Anna Wenzke von der Hochschule Luzern im Webinar.
Als zweites Instrument wurden im Rahmen des Projekts Sensibilisierungsbotschaften für ein harmonisches Miteinander im Tourismus erstellt. Klare Visualisierungen mit einfachen, kurzen Botschaften sollen Gäste auf sympathische Art darauf aufmerksam machen, hiesige Gepflogenheiten wie Abfallentsorgung, Gepäckverstauung im ÖV oder das Respektieren von privatem Grund einzuhalten. Die Botschaften sind digital und analog erhältlich und können mit dem eigenen Brand versehen werden. Zum Einsatz kommen sie unter anderem bereits auf den Langstreckenflügen der Swiss oder am Flughafen Zürich. Sollte eine Botschaft fehlen, können diese für Destinationen und Betriebe individuell und kostenlos erstellt werden. «Dieses Projekt wird natürlich nicht alle Probleme von heute auf morgen lösen», räumte Rahel Ammon von Schweiz Tourismus ein. «Aber wir kommen damit einem respektvollen Umgang miteinander einen Schritt näher.»
(Angela Hüppi)