Blumen, Essen in romantischer Umgebung und Schokolade sind am Valentinstag heiss begehrt. Romantik ist dieses Jahr mancherorts nicht einfach zu finden. In Luzern beispielsweise fällt das Fest der Ver...

Die bunten Pralinen in Herzform von Rolf Mürner erfreuen sich neben dem Valentinstag auch an zahlreichen Anlässen während des Jahres grosser Beliebtheit. Lukas Bidinger
Blumen, Essen in romantischer Umgebung und Schokolade sind am Valentinstag heiss begehrt. Romantik ist dieses Jahr mancherorts nicht einfach zu finden. In Luzern beispielsweise fällt das Fest der Verliebten zwischen Urknall und Güdis-Mäntig, also mitten in die Fasnacht. Neben Schenkeli, Chüechli und Zigerkrapfen gilt es, auch Pralinen sowie Feingebäck in Herzform herzustellen. So werden bei der Heini-Conditorei die Luzerner Rägetröpfli für den Valentinstag etwas auf-wendiger verpackt. «Für uns ist das nicht aussergewöhnlich», sagt Bernadette Heini. «Der Valentinstag fällt häufig mit der Fasnacht zusammen.» Die Valentinsspezialitäten würden sich trotzdem gut verkaufen. Es sei ja nur ein Tag, der zusätzliche Arbeit generiere. «Wir sind gut organisiert und planen mindestens ein halbes Jahr im Voraus», erklärt Bernadette Heini. Umsatzmässig sei Ostern viel stärker. «Nach der Fasnacht beginnen wir mit dem Giessen der Schokoladenosterhasen. Das präzise Schminken in Handarbeit nimmt viel Zeit in Anspruch.»
Gespannt, was der Valentinstag bringt, ist Rolf Mürner. «Letztes Jahr sendete SRF Schweiz aktuell einen Beitrag aus unserer Manufaktur, und wir wurden überrannt», sagt der ehemalige Pâtissier-Weltmeister. Dieses Jahr fällt der Valentinstag auf einen Samstag. An Wochenenden ist «Mürner One» beim Flughafen Bern-Belp sowieso immer gut besucht. Für dieses Jahr hat er eine neue Pâtisserie mit Herzdekoration kreiert. «Der Valentinstag ist keinem Trend unterworfen», sagt er. «Auch wenn wir erst Februar haben, bieten wir Produkte mit beerenfruchtiger Frische an.» Rohstoffe wie ungesüsste Fruchtpürees und Kakao seien immer genügend verfügbar.
Am Valentinstag sind auch Gastronomen und Hoteliers gefordert. Mit vielen speziellen Angeboten überraschen die Gastgeber verliebte Paare.
Dass sich Liebende am Valentinstag beschenken oder zu einem Tête-à-tête einladen, hat in den USA eine lange Tradition. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen die Europäer den Brauch. Anders als in Deutschland und in Österreich fand der Valentinstag in der Schweiz nicht so schnell Beachtung. Als Erste warb die Migros im Jahr 1987 mit diesem Festtag. Der Schokoladenhersteller Lindt und Sprüngli folgte erst im Jahr 2002. Auch zahlreiche Gastronomen bieten zum Valentinstag Spezielles an.
Abseits vom Trubel der Fasnacht bietet die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees eine gemütliche Rundfahrt an. Auf dem Valentinsschiff verwöhnt der Caterer Tavolago die Passagiere mit einem Candlelight-Dinner. Zur Wahl stehen ein vegetarisches Menü und ein Menü mit Innerschweizer Rindfleisch. Das Schiff legt um 19 Uhr ab, die Fahrt dauert drei Stunden. Buchbar ist das Angebot auf lakelucerne.ch.
Das Wasserschloss Wyher in Ettiswil/ LU wurde 1304 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 2012 setzt die Luzerner Gastgeber AG unter Roger Widmer auf eine stilvolle Gastronomie. Verschiedene Räume des Schlosses können für Events genutzt werden. In diesem historischen Umfeld verspricht ein Valentinsabend, etwas ganz Besonderes zu werden. Im Package von 145 Franken pro Person ist vom Aperitif über das Vier-Gang-Menü mit Weinbegleitung bis zum Dessert, romantischer Musik und einem Überraschungsgeschenk alles inbegriffen.
Im Restaurant Güterhof in Schaffhausen erwartet die Liebenden ein Dinner, das die Schmetterlinge im Bauch zum Fliegen bringen soll. So beginnt das Menü mit Austern und Champagner. Zu «Surf & Turf» mit Rindsfilet und Riesencrevetten gibt’s Ingwer und Chili. Beim Dessert sollen Kurkuma und Erdbeeren die Libido stimulieren. Für Sinnlichkeit mit Gesang und Piano sorgt zudem die Schaffhauser Sängerin und Songwriterin Lydia Mel.
Vieles bricht, nur die Liebe nicht. Markus Arnold und sein Team kochen am 14. Februar zum letzten Mal «Steinhalle»-Klassiker im historischen Museum in Bern. Die sechs Gänge enden mit Rosen-Sabayon und Guanaja-Schokolade. Nach dieser letzten «Liebesnacht» beginnt das Packen. Nach einer kurzen Pause eröffnen Markus Arnold und sein Team das Restaurant Myle beim Bahnhof Bern. Seine Liebe zum Kochen bleibt ungebrochen.
(Gabriel Tinguely)