Diese sechs Talente kochen bei Gusto26 um die Wette

Letzte Woche trafen sich die Finalteilnehmenden im Berufsbildungszentrums BBB in Baden/AG. Dort in der Küche konnten sie ihr Gericht unter Wettbewerbsbedingungen zubereiten. Dabei erhielten sie Tipps von Profis.

Nach dem Testkochen werden sie bis zum Finale an ihren Gerichten feilen (v.l.): Tiziano Palazzo, Mateo Hoefliger, Jelena Hopf, Flurina Schibig, Livia Küry und Viven Burhkard. (Bilder ZVG)

Neben dem Kochen ist auch die Kommunikation ein wichtiger Teil von Gusto, der Schweizermeisterschaft der Kochlernenden. So wurden die Finalteilnehmenden im Berufsbildungszentrum BBB in Baden/AG erst eingekleidet. Dann ging es ins Fotostudio und zum Dreh eines Viedo-Clips. Im zweiten Teil konnten Tiziano Palazzo, Mateo Hoefliger, Jelena Hopf, Flurina Schibig, Livia Küry und Viven Burhkard ihre Posten einrichten und die Abläufe in der Küche kennenlernen.

Am zweiten Tag galt es Ernst. Unter Beobachtung von Jurypräsident Yanick Mumenthaler, Marco Steiner, Team-Manager der Schweizer Kochnationalmannschaften, Mario Garcia sowie weiteren Fachpersonen kochten die Finalteilnehmenden ihre Gerichte. Dabei erhielten sie Feedback und Tipps von den Experten. «Gusto ist eine coole Sache», sagte Yanick Mumenthaler. «Es ist sehr spannend mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten.» Auch wenn es immer weniger Kochlernende gibt, steigt die Zahl der Teilnehmenden bei Gusto von Jahr zu Jahr. Für die aktuelle Ausgabe wurden 120 Dossiers eingereicht. Ein Beitrag dazu leisten die Berufsschullehrer. Viele machten das Motto des Wettbewerbs «Best of lamb» zum Thema einer Projektwoche. Eine Selektionsjury des Schweizer Kochverbandes wählte die besten sechs Einsendungen aus. Jedes Jurymitglied bewertete dabei jedes Dossier anhand des eingereichten Fotos und Kurzbeschriebs nach Kriterien wie Innovation, Harmonie und Handwerk. Der Kochverband hatte im Vorfeld sämtliche Dossiers anonymisiert.

«Gusto ist nicht nur eine grossartige Wertschätzung durch Transgourmet für den Nachwuchs der Branche», sagte Yanick Mumenthaler. Und noch etwas ist dem Jurypräsidenten wichtig: «Die meisten Köche verlassen ihren Beruf nach der Lehre. Gusto soll bei den Lernenden das Feuer entfachen, nach der Lehre im Beruf zu bleiben.» Bei den Finalteilnehmenden lodert das Feuer. Sie werden Netzwerken, Gusto26 als Sprungbrett nutzen und von sich reden machen.

Diese Finalteilnehmenden kochen am 26. März um den Schweizer Meistertitel

Tiziano Palazzo

Ist im dritten Lehrjahr und arbeitet im «The Omnia» in Zermatt/VS. Für ihn ist es die zweite Nomination für das Finale. Letztes Jahr schaffte er es nicht aufs Podest. «Ich will im zweiten Anlauf meinen Traum verwirklichen und gewinnen», sagt er. Was macht er heuer anders? «Ich gehe dieses Jahr besser vorbereitet und organisierter an den Start», antwortete Tiziano Palazzo. «Ich habe mir viel überlegt, gekocht, neue Ideen eingebracht und dann das Dossier eingereicht.» Er ist stolz darauf, in seiner Freizeit alles selbst entworfen zu haben. «Ich mache den Wettbewerb für mich», ergänzte Tiziano Palazzo. «Und ich will neue Leute kennenlernen.» Vor dem Testkochen war er nicht nervös. «Ich kenne das ja schon, schaue dennoch, was ich verbessern kann.»


Mateo Hoefliger

Ist im dritten Lehrjahr und arbeitet imCasino Bern in Bern. Der Hotelierssohn aus Saanenmöser/BE verdiente sein Sackgeld in der Küche. Den Schritt selbst Koch zu lernen, hat er nie bereut. Auch Mateo Hoefliger hatte bereits letztes Jahr bei Gusto teilgenommen. Er schaffte es jedoch nicht ins Finale. «Ich hatte Niveau unterschätzt. Dieses Jahr habe ich mit mehr Leuten zusammengearbeitet und intensiver am Gericht gefeilt.» Für ihn war Lamm kein einfaches Thema. «Von der ersten Idee zur eingereichten Arbeit habe ich mein Gericht viermal verändert.» Bis zum Finale wird er am sauberen Abschmecken und Umsetzung der Optik arbeiten.


Jelena Hopf

Sie arbeitet im Gasthof Kreuz Wohlen/BE und ist im zweiten Lehrjahr. Vor der Kochlehre absolvierte sie ein Jahr an Kunstgewerbeschule. Lange konnte sie sich nicht für einen Beruf entscheiden. «Nach dem Schnuppern im Casino Bern war mir klar, dass es Koch sein wird», sagte Jelena Hopf. Zeichnen ist immer noch eines ihrer Hobbys. «Zur Vorbereitung kaufte ich mir ein leeres Buch. Darin skizzierte ich Gerichte, die meine Mutter oft für Flüchtlinge kochte, sowie Ideen für einzelne Komponenten», erzählte Jelena Hopf. Damit die Verbindung zweier Kulturen klappt, hat sie viel Zeit investiert und die einzelnen Komponenten bereits mehrmals getestet.


Flurina Schibig

Sie ist im zweiten Lehrjahr und arbeitet im Seehotel Waldstätterhof in Brunnen/SZ. «Ich habe früher Theater gespielt», sagte Flurina Schibig. «Da war das Lampenfieber nach dem Auftritt vorbei. Der Gedanke, dass das gedrehte Video lange online bleibt, macht mich sehr nervös.» Nach zwei Jahren «herumsitzen» hat sie das Gymnasium abgebrochen und eine Lehrstelle als Köchin gesucht. «Diesen Schritt habe ich kein einziges Mal bereut. Heute bin ich viel offener und glücklicher.» Von Gusto hatte sie viele Bilder gesehen, wollte mitmachen und schauen, wie es läuft. Wie ist sie vorgegangen? «Ich habe die Vorgaben gelesen, begann auszuprobieren, was gut aussieht und was ich in der vorgegebenen Zeit alles umsetzen kann», sagte Flurina Schibig. Ihr Dossier hat sie übrigens erst am allerletzten Tag eingereicht.


Livia Küry

Sie ist im zweiten Lehrjahr und arbeitet im Restaurant Gotthard in Goldau/SZ. Livia Küry ist nicht die Einzige, die den Geschmack von Lammfleisch nicht so besonders gerne hat. So hat sie sich überlegt, welche Geschmäcker zusammenpassen und was man gut kombinieren könnte. «Danach habe ich es immer wieder gekocht und abgeändert», sagte sie. «Mir war wichtig mein Gericht so zu kochen, dass ich es selbst auch gerne esse.» Das Testkochen hat ihr viel gebracht. «Nun habe ich die Küche gesehen und weiss jetzt etwa, wo was ist.» Und fast noch wichtiger: «Ich weiss wie es ist, während dem Arbeiten gefilmt zu werden und sich trotzdem konzentrieren zu können.»


Vivien Burkhard

Sie ist im zweiten Lehrjahr und arbeitet im Schüpberg-Beizli in Schüpfen/BE. Ihr älterer Bruder Luca hatte bei Gusto18 teilgenommen. Seitdem sammelte Vivien die Bilder der Finalteilnehmenden. Nun steht die leidenschaftliche Köchin selbst im Finale des Gusto26. Über ihr Engagement sagt sie: «Wenn «work» «life» ist, ist alles egal. Wie andere Leute ihre Sporttasche packen, übe ich für Wettbewerbe.» Letzten Herbst gewann Vivien Burkhard den Creative Tartelettes Contest von Hug. Eine Komponente auf ihrem Teller ist so rar, dass sie für ihre Probeläufe mehrere Metzger beauftragen musste. Mit Hilfe ihres Chefs Christoph Hunziker schaffte sie auch dies. «Ohne ihn würde es nicht gehen. Er ist ein super Coach», sagte Vivien Burkhard.

(mm/gab)


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