Auf dem Weg zur Perfektion

Um den Weltmeistertitel im November zu verteidigen, muss jedes Detail stimmen. Ein Einblick in das Training der Junioren-Kochnationalmannschaft.

Hier sitzt jeder Handgriff: Bei den Testläufen der Juniorinnen herrscht höchste Konzentration. (Roy Matter)

Getüftelt und perfektioniert wird bei den Mitgliedern der Schweizer Junioren-Kochnationalmannschaft in der Vorbereitung auf die WM in Luxemburg ständig. Einmal im Monat trifft sich das Team zusätzlich für zwei oder vier Tage, um die zwei WM-Aufgaben «Hot Kitchen» und «Chef’s Table» komplett durchzuspielen. «Das sind jeweils sehr lange und intensive Tage», sagt Teamcaptain Fiona Wittwer. Die Testläufe seien aber enorm wichtig, um alle Handgriffe zu perfektionieren und die nötige Routine für den Wettbe-werb zu bekommen. Für die meisten Teammitglieder beginne das Training jeweils schon einen Tag vorher mit den nötigen Vorbereitungen. Am ersten Tag des Trainings trifft man sich dann um halb acht Uhr in der Trainingsküche von Electrolux Professional in Sursee/LU. «Nach einem kurzen Briefing für die nächsten Tage steht das Mentaltraining an», erzählt Wittwer. Während rund einer Stunde gehen die Juniorinnen in Gedanken alle Abläufe durch und fokussieren sich ganz auf die bevorstehende Aufgabe: «Das Mentaltraining hilft enorm, um vom Alltag in den Trainingsmodus zu wechseln.»

Es folgt das Mise en place für den Testlauf am nächsten Tag. Das heisst, es werden Zutaten abgewogen, so weit wie erlaubt vorbereitet und für den Transport verpackt. Am Ende wird noch der folgende Tag besprochen, bevor es zum gemeinsamen Abendessen geht. «Im Sommer bleibt vielleicht auch einmal Zeit, noch kurz in den See zu springen und den Kopf zu lüften – auch diese Momente gehören dazu und sind enorm wichtig für den Teamzusammenhalt und die Motivation», erklärt Fiona Wittwer.


Fiona Wittwer (21) arbeitet derzeit bei «Roh & Nobel» in Rüfenacht/BE. Zudem ist sie Captain des Junioren-Teams.


Am zweiten Tag des Trainings gilt es dann ernst: Die Wettbewerbssituation wird exakt simuliert. Für die Aufgabe «Hot Kitchen», ein Drei-Gang-Menü für 70 Personen, heisst das: insgesamt sechs Stunden Zeit, bevor der A-la-carte-Service beginnt. Um fünf Uhr wird die Küche am Ort des Testlaufs eingeräumt. Dieser wechselt jedes Mal – je nach Testlauf müssen die Juniorinnen bereits vor vier Uhr morgens aufstehen. 30 Minuten Zeit bleibt fürs Einräumen der Küche. Danach steht das Team zusammen und stimmt sich mit dem Teamsong «Wonders» von Neelix auf das Kochen ein. Dieses dauert bis zwölf Uhr – dann beginnt der Service für die Gäste. Ist dieser beendet, gibt es noch eine kurze Vorstellung des gesamten Teams.


«Auch wenn das Ziel Perfektion ist – genug Platz für Spass muss sein.»

Fiona Witter, Teamcaptain


Gegen 15 Uhr fängt dann das Aufräumen, Putzen und Verladen des Materials an. Zurück in der Trainingsküche in Sursee wird wieder ausgeladen und gemeinsam zu Abend gegessen. «Das ist meist eine lockere Sache – das Feedback gibt’s erst am nächsten Tag, wenn wir wieder aufnahmefähig sind», erklärt Fiona Wittwer. Da die Testläufe immer sehr stark durchgetaktet sind, sei es umso wichtiger, genug Platz zu lassen, um gemeinsam Spass zu haben und die Freude am Kochen zu zelebrieren: «Das ist für das gesamte Team wichtig, um die intensiven Tage durchzustehen und die Motivation hochzuhalten.»

(Angela Hüppi)


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