Der wahre Winter ist unschlagbar

Die Gastkolumne – diese Woche von: Pascal Jenny, Tourismusdirektor, Arosa.

Pascal Jenny ist Touristiker und ehemaliger Schweizer Handballspieler. (ZVG)

Wie oft hat man in den Medien oder im privaten Umfeld den Winter in den letzten Jahren immer wieder abgeschrieben, todgeweiht und in Frage gestellt. Nun erleben wir bereits zum zweiten Mal in Folge in den Schweizer Alpen hervorragende Pistenverhältnisse, beeindruckende Schneemassen und nicht nur für Kinderaugen unvergessliche Schneemauern an den Strassenrändern. In dieser Form ist das Winterprodukt unschlagbar. Das Gefühl der Freiheit auf der Piste, umrahmt von weissen Bergen und verschneiten Tannen, Häusern und Strassen, ist einmalig. Was macht der Tourismus daraus? Der Wintersportler von heute fährt natürlich längst nicht mehr stundenlang Ski oder Snowboard. Er geniesst vielleicht noch zwei bis drei Stunden pro Tag das moderne Material unter den Füssen in den warmen Skischuhen (ja, man friert tatsächlich schon lange nicht mehr in guten Skischuhen). Danach sind Gastronomie, Wellness oder auch einfach ein Winterspaziergang angesagt. Sind Sie vor vielen Jahren regelmässig auf den Skiern gestanden? Haben Sie das Thema komplett vergessen, nun aber bei den wiederholten Schneemeldungen und Bildern aus den herrlich verschneiten Alpen plötzlich im Unterbewusstsein den Gedanken, dass es halt schon schöne Erinnerungen sind? Haben Sie auch den Eindruck, dass man wieder über den Winter spricht – sogar im Flachland? Die Winter-Touristiker sind gefordert, diese «Gefühle» bei den ehemaligen Gästen zu wecken und vermehrt aufzunehmen. Nie war die Zeit besser, um neben der notwendigen Nachwuchsförderung im Schneesport auch die Ehemaligen anzusprechen. Die so genannten 50+ sind heute fit, aktiv – oftmals vermögend – und vor allem affin für die Natur und die Berge. Eben die perfekten Wiedereinsteiger. Aber bitte, kreiert Wiedereinsteigerpakete, welche nicht nur das Skivergnügen ins Zentrum stellen. Kreativität ist gefragt!