Im September misst sich Koch Nicolas Imholz mit den besten jungen Berufsleuten der Welt. Seit fast einem Jahr bereitet er sich akribisch darauf vor.

Nicolas Imholz ist im vergangenen Jahr viel gereist, um seine Fähigkeiten in verschiedensten Praktika zu perfektionieren. (Swiss Ssills)
Mehrere Teilnahmen beim Lernendenwettbewerb Gusto, ein zweiter Platz beim Hug Creative Tartelettes Contest, Mitglied der Schweizer Kochnationalmannschaft, Sieg bei den Swiss Skills 2025 – das Wettbewerbsfieber hat Nicolas Imholz offensichtlich gepackt. Gekocht hat er schon als Kind: «Ich liebte es, meiner Mutter in der Küche zu helfen und später für unsere Familie zu kochen.» Den Urner fasziniert die Kreativität, das Handwerk, der Teamspirit und die Leidenschaft, die der Kochberuf mit sich bringt.
«Die World Skills fordern viel Spontaneität von mir.»
Nicolas Imholz, Koch
Die Lehre machte Nicolas Imholz im Alters- und Pflegeheim Spannort in Erstfeld/UR und nahm danach an einem Pilotprojekt für Kochtalente der Schweizer Armee teil. Aktuell konzentriert sich der 20-Jährige ganz auf die Vorbereitungen für die World Skills. Dafür trainiert er bei der Hotel & Gastro formation in Weggis/LU und absolviert verschiedene Praktika, um seine Fähigkeiten zu perfektionieren. Unter anderem übte er Desserts bei Pâtissier Rolf Mürner, lernte Fleisch zu zerlegen beim Fleischverarbeiter Bell und Fisch zu filetieren bei Bianchi.
Die genaue Wettbewerbsaufgabe für die World Skills im September kennt Imholz noch nicht. «Das macht das Training natürlich schwieriger», sagt der junge Koch. Er geht aber davon aus, dass vor Ort für viele Aufgaben Spontaneität gefragt sein wird: «Das kann eine Mystery-Zutat sein oder ein Warenkorb, den wir erst am Abend vorher erhalten.» Daher müssen die handwerklichen Grundfähigkeiten sitzen, um auf alles vorbereitet zu sein.
Handwerk, Perfektion, Durchhaltewillen – aus den Vorbereitungen auf die World Skills hat Nicolas Imholz viel gelernt. Auch das Mentale ist wichtig – regelmässig geht er daher ins Mentaltraining. «Dort habe ich unter anderem gelernt, mentale Hürden, Ängste und Unsicherheiten abzubauen.» Dadurch ist er nicht nur besser vorbereitet auf hektische Situationen, sondern geht auch selbst-bewusster in den Wettbewerb. Imholz ist bewusst, dass der Bereich Küche bei den World Skills ein hart umkämpfter ist. Sein Ziel lautet deshalb: «Ich will die Küchenbox verlassen und sagen können, dass ich alles rausgeholt habe, was geht. Der Rang ist nicht das Wichtigste – von dieser einzigartigen Erfahrung kann ich sowieso nur profitieren.»
(Angela Hüppi)
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