Feuer und Flamme fürs neue Casino

Die Gastkolumne – diese Woche von: Ivo Adam, Geschäftsführer Casino Bern.

Endlich! Das neu renovierte Casino Bern steht wieder im Dienste der Öffentlichkeit! Wer in der Gastronomie oder Hotellerie tätig ist, weiss: Neueröffnungen sind das schönste aller Gefühle – und schwierig zugleich. Bei der Planung ist anfänglich alles möglich. Sobald dann aber die Türen offen sind, fällt einiges um, was hätte stehen sollen. Und einiges steht, was man besser nicht geplant hätte.

Das schönste Gefühl ist die warme Dusche von wunderbaren Komplimenten – und die Kritiker duschen einen kalt, indem sie gnadenlos jedes (noch) nicht sitzende Detail finden. Und das ist auch richtig so. Eine Ultrakurzbilanz: Als Grossbetrieb in der Stadt Bern sind unsere Umsätze weniger stark wetter-, tages- oder saisonabhängig, als ich es von Zermatt und Ascona gewohnt bin. Das ist beruhigend. Die Verzahnung von kulturellen Anlässen und Gastronomie  ist ein Gewinn für die Gäste und für uns. Gleichzeitig fordert uns diese Konstellation personell enorm. Wenn neben den täglich rund tausend Individualbesuchenden der Restaurants nochmals tausend Konzertbesuchende direkt vor dem Einlass und nach dem Konzert die neue Kulinarik testen wollen, dann brennt’s. Wir improvisieren dann bei der Zuteilung der richtigen Ressourcen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Fünfzig Tage nach der Wiedereröffnung sind wir noch immer am Feuerlöschen. Zum Glück gab es nirgends einen Flächenbrand, sondern lediglich Glutbrände.

In den nächsten fünfzig Tagen müssen wir nun die Basis des Angebotes sichern und das Wohlbefinden der gut neunzig Mitarbeitenden fördern – damit wir Feuer und Flamme bleiben.

(Ivo Adam)