Köche werden wie Fussballer angeboten

Die Gastkolumne – diese Woche von: Ivo Adam, Geschäftsführer des Casino Bern.

Ivo Adam ist Schweizer Kochweltmeister. (ZVG)

Bei unserer Mitarbeiterrekrutierung geht es derweil zu und her wie auf dem Transfermarkt für Fussballer. Headhunter bieten Küchen- und Servicestars und Nachwuchstalente an, «unter denen bestimmt ein 18-Pünktler ist», wie mir eben ein Agent am Telefon versprach. Die Ablösesummen sind allerdings noch nicht da, wo sie im Fussball sind: Als Arbeitgeber bezahlt man «nur» zwei bis sechs Monatsgehälter Provision. Würde man. Ich bin froh, dass das im September eröffnende Casino Bern genügend Anziehungskraft für Berufsleute besitzt. Wir haben ja auch einiges zu bieten: Man ist auf dem Lohnzettel der Burgergemeinde Bern mit guten Sozialleistungen, die Stadt ist eine der lebenswertesten überhaupt, die Verbindung von Kultur und Kulinarik verspricht Aufsehenerregendes. (Und YB wird auch dieses Jahr Meister!) Kürzlich durfte ich meine drei Küchenobmänner vorstellen: Florian Bettschen als Küchendirektor, Adrian Bürki als Küchenchef fürs Restaurant und Dave Wälti als Chef der Bistrobar.  Sie alle kamen ohne Ablöse, aber mit viel Energie, Ideen und Lust.

Neben dem Nachwuchs und den Superstars gibt es die goldene Mitte, die für uns Arbeitgebende zentral ist: diejenigen Köchinnen und Köche und Servicemitarbeitenden, die schon einmal aufgefallen – und einmal umgefallen sind. Solche, die reifer geworden sind (was nichts mit dem Alter zu tun haben muss). Wir suchen solche, die sich verpflichten können – und es auch wollen. Mitarbeitende, die Perspektive nicht im Rumreisen, sondern im Aufstieg suchen. Sie merken es, ich mache Werbung für das Wichtigste einer Neueröffnung: das Team.