Seit 2025 muss die Herkunft von Brot und Feinbackwaren auch im Offenverkauf deklariert werden. Dennoch achten viele Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf kaum auf diese Angaben. Eine neue Kampagne will das ändern.

Schweizer Brot steht auch für die Menschen, die es tagtäglich in den Schweizer Backstuben produzieren. (Unsplash)
Für viele ist selbstverständlich: Schweizer Brot stammt aus Schweizer Korn, gemahlen von Schweizer Müllern und gebacken von hiesigen Bäckern. 89 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten geben an, Schweizer Brot zu kaufen. Folgende Fakten und Zahlen, publiziert vom Verein Schweizer Brot, zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Der Import von Back- und Konditoreiwaren ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und liegt mittlerweile bei rund 161’000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht mehr als 17 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Längst nicht jedes Brot kommt also aus der Schweiz. Hinzu kommt: Während beim Fleisch die Herkunft für viele selbstverständlich geprüft wird, bleibt dieser Blick beim Brot oft aus. Nur 45 Prozent geben an, immer oder meistens auf die Herkunft zu achten. 55 Prozent tun dies nie, selten oder nur gelegentlich.
Für Stefan Kogler, Geschäftsführer des Berufsverbandes Bäckerei & Confiserie Schweiz, zeigen diese Zahlen, dass Transparenz allein nicht genügt. «Schweizer Brot steht für hochwertige Rohstoffe und traditionelle Backkunst, vor allem aber für die Menschen, die täglich mit Fachwissen und grossem Engagement arbeiten – und das oft zu Zeiten, in denen andere noch schlafen.»
Seit dem 1. Februar 2025 ist die Herkunft von Brot und Feinbackwaren auch im Offenverkauf deklarationspflichtig. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen. Die gesetzliche Grundlage steht – nun geht es darum, dass diese Information auch wahrgenommen wird.
Der Verein Schweizer Brot lanciert deshalb die Kampagne «Ja zur Herkunft, Ja zur Schweiz». Mit Plakaten und Online-Sujets ruft sie seit dem 9. Februar zu einem «Ja zur Herkunft», einem «Ja zur Schweiz» und einem «Ja zur Tradition» auf. Die Initiative knüpft direkt an die Deklarationspflicht an und will Konsumentinnen und Konsumenten dazu motivieren, beim Brotkauf genauer hinzusehen. Im Zentrum stehen die Mehrwerte von Schweizer Brot: transparente Herkunft, regionale Rohstoffe, kurze Transportwege und eine funktionierende Wertschöpfungskette vom Getreideproduzenten über die Mühle bis zur Backstube.
Kogler betont, dass Herkunft auch Verantwortung bedeute. «Wer Schweizer Brot sagt, muss auch faire Arbeitsbedingungen, attraktive Ausbildungsplätze und die nachhaltige Sicherung unseres Berufsnachwuchses mitdenken. Nur wenn entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung übernommen wird, bleibt unser Handwerk langfristig stark.» Die Kampagne sei deshalb mehr als eine Imageinitiative. Sie verstehe sich als Bekenntnis zu Qualität, Herkunft und zu den Menschen hinter dem Produkt.
(ade)