An seiner 94. Generalversammlung blickte der Schweizer Tourismus-Verband auf ein Jahr zurück, das von politischen Debatten, einem wachsenden Engagement für Nachhaltigkeit und einer breiteren Vertretung des Tourismussektors geprägt war.

(Andre Grimm)
Vor mehr als hundert Mitgliedern und Gästen berichtete STV-Präsident Reto Nause in den Merian Gärten in Münchenstein/BL über sein erstes Jahr an der Spitze des Verbands. Das vergangene Jahr habe erneut gezeigt, wie wichtig eine geeinte Stimme für den Schweizer Tourismus sei. Gerade in Zeiten des Wandels brauche es gemeinsame Positionen, tragfähige Partnerschaften und die Bereitschaft, neue Perspektiven einzubeziehen.
Mit der Aufnahme des Verbands der Museen der Schweiz VMS als Kernmitglied erweitert der STV sein Netzwerk entlang der touristischen Wertschöpfungskette. Museen schaffen Reiseanlässe, vermitteln regionale Identität und bereichern das touristische Angebot. Ihre stärkere Einbindung soll es dem STV ermöglichen, die Vielfalt des Schweizer Tourismus umfassender abzubilden und gemeinsame Interessen wirkungsvoller zu vertreten.
An der Generalversammlung wurde VMS-Generalsekretärin Myriam Stucki in den Vorstand gewählt. Neu besetzt wurde auch die Vertretung der Regional Tourism Alliance: Co-Präsident Thomas Wüthrich übernimmt den Sitz von Damian Constantin, der nach sechs Jahren aus dem Vorstand ausschied.
Wie STV-Direktor Philipp Niederberger ausführte, schärfte der Verband im Geschäftsjahr 2025 sein Profil insbesondere in den Bereichen Tourismuspolitik und Nachhaltigkeit. Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit (KONA) bündelt Wissen aus verschiedenen Branchen und stellt Instrumente bereit, mit denen Betriebe und Destinationen Nachhaltigkeit systematisch in ihrer Arbeit verankern können.
Zu den Höhepunkten gehörte die dritte Ausgabe der Sustainable Tourism Days. Rund 270 Fachpersonen aus Tourismus, Nachhaltigkeit und Wissenschaft nahmen daran teil. Auch das Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable verzeichnete weiteres Wachstum: Ende 2025 waren 2398 Betriebe eingestuft – 263 mehr als im Vorjahr. Acht weitere Destinationen kamen hinzu, womit sich die Zahl der Swisstainable Destinations auf 16 verdoppelte. Mit Valendas/GR erhielt zudem ein weiteres Schweizer Dorf im Rahmen der Initiative «Best Tourism Villages» eine internationale Auszeichnung.
Ein Schwerpunkt der politischen Arbeit lag auf der Sicherung der touristischen Förderinstrumente, insbesondere im Zusammenhang mit dem Entlastungspaket 2027. Der STV brachte die Anliegen der Branche an Veranstaltungen, in Vernehmlassungen sowie über seine Kommunikationskanäle in die öffentliche und parlamentarische Debatte ein.
Im Rahmen der Parlamentarischen Gruppe Tourismus organisierte der Verband vier Veranstaltungen, an denen sich Mitglieder des Parlaments mit Fachpersonen aus dem Tourismus austauschten. Mit seiner erweiterten Mitgliederbasis und dem neu zusammengesetzten Vorstand will der STV die Interessen des Tourismussektors künftig noch breiter vertreten.
(mm/ade)