Rausch und Resilienz: packende Themen an den Foren für Lernende in Graubünden und Luzern

Am 7. September findet das 23. Forum für Lernende auf der Lenzerheide/GR statt. Dieses Jahr zum Thema Konsum, Sucht und Eigenverantwortung. Eine Woche später, am 14. September, wird zum ersten Mal auch in Luzern ein Lernenden-Forum durchgeführt. Hier geht es um psychische Gesundheit und Resilienz.

  • Die heutigen Jugendlichen trinken weniger Alkohol als frühere Generationen. Dafür stehen bei ihnen Vapes (E-Zigaretten) und
    Snus (Tabak- und Nikotinbeutelchen für unter die Lippen) hoch im Kurs. (Bilder: pexels)
  • Über die Generationen praktisch unverändert ist der Konsum von Cannabis in Form von Marihuana oder Haschisch.

Wo endet Genuss? Wo beginnt Abhängigkeit? – Mit dieser Frage werden sich am 7. September rund 110 junge Berufsleute aus der Bündner Gastronomie, Hotellerie und Bergbahnbranche am 23. Forum für Lernende beschäftigen. Das Forum findet wie immer im Hotel Schweizerhof Lenzerheide statt.

Unter dem Titel «The fine Line – Use versus Abuse» werden die Lernenden im direkten Austausch und in interaktiven Workshops den feinen Unterschied am eigenen Leib erleben. Margreth Meier, Workshop-Leiterin und Suchtexpertin MAS bei PDGR Psychiatrische Dienste Graubünden, erklärt: «Ohne erhobenem Zeigefinger, sondern im direkten Austausch auf Augenhöhe gehen wir auf substanzbedingte Gefahren ein.»

An verschiedenen Posten können die Lernenden über Pro und Contra einer Cannabislegalisierung debatieren und erfahren, was Kokain und Amphetamine mit Spielen im Casino gemeinsam haben. Sie können ihr Wissen über Rauschmittel testen und sich über gemachte Erfahrungen mit Rausch-, Aufputsch- und Beruhigungsmittel austauschen.

Berauschende Brillen

Auch gibt es Raum für neue Erfahrungen. «Wir werden sogenannte Rausch- und Cannabisbrillen mitbringen. Damit sehen die Jugendlichen wortwörtlich, welche Wirkung die verschiedenen Substanzen in unterschiedlichen Mengen auf sie haben, und wie stark diese ihre Wahrnehmung und ihren Gleichgewichtssinn beeinflussen.» Margreth Meier, die den Workshop mit ihrer Kollegin Natalie Just, Pflegefachfrau HF, durchführt, geht es darum, die Jugendlichen zu sensibilisieren. «Sie sollen wissen, was es bedeutet berauscht zu sein und wissen, ab wann man berauscht ist.»

Gleichzeitig möchten die Suchtspezialistinnen den Jugendlichen andere Wege aufzeigen, um mit Leistungsdruck, Gefühlen und schwierigen Situationen umzugehen, als sich zu berauschen. Daher wird sich ein Posten mit dem Thema Resilienz befassen. Dort geht es darum, herauszufinden, was einem wichtig ist, gut tut und wie man negative Empfindungen in etwas Positives umwandeln kann.

Kunst als Ventil und Kraftquelle

Dabei werden die Lernenden vom international bekannten Bündner Street-Art-Künstler Bane unterstützt. Fabian «Bane» Florin war selber 14 Jahre lang schwer drogensüchtig. Am Forum für Lernende erzählt Bane nicht nur offen seine Geschichte und wie nahe Leidenschaft, Erfolg und Abhängigkeit beieinanderliegen können. Er berichtet auch, wie ihm die Malerei half, nach einem Drogenentzug ein neues Leben aufzubauen. Zudem führt er mit seiner Crew zusammen am Forum für Lernende einen Graffiti-Workshop durch.

Bane ist ein Musterbeispiel für Resilienz: als Initiant des vielbeachteten Street Art Festival in Chur und Mitgründer der Agentur Wand AG sowie des Vereins für urbane Kultur Graubünden.

Der Begriff Resilienz beschreibt die psychische Widerstandskraft von Menschen. Also ihre Fähigkeit mit Stress, Misserfolgen, Krisen und Schicksalsschlägen so umgehen zu können, dass sie mit ihrem Leben positiv weitermachen und im besten Fall sogar gestärkt aus der Situation hervorgehen. 

Diese Fähigkeit kann man trainieren. Wie? Das erleben die Lernden am 14. September am Lernenden-Forum in der Swissporarena in Luzern. Der Berufsalltag in der Gastronomie und Hotellerie ist intensiv: hohes Tempo, viele Menschen, hohe Ansprüche. Umso wichtiger sind Tage, an denen man auftanken, durchatmen und sich mit anderen austauschen kann. Und genau das ist an diesem Lernenden-Forum möglich.

Mental stark, emotional ausgeglichen, körperlich fit

In praxisnahen Workshops lernen die Teilnehmenden, wie sie im Alltag Stress abbauen und ihr Wohlbefinden durch Bewegung, Ernährung und Erholung gezielt fördern können. Von Andreas Fleischlin, Mentaltrainer und Persönlichkeitsentwickler, erhalten die Lernenden konkrete Impulse zu mentaler Stärke und zum Umgang mit Druck. Christa Schwab, Programmleiterin psychische Gesundheit Kanton Luzern, gibt ihnen Tipps zur Förderung der psychischen Gesundheit im Alltag. Und das Team von Gorilla Schweiz lädt zum Freestyle Breakdance Workshop ein.

Abschliessender Höhepunkt des Tages dürfte aber das optionale Fussballspiel mit dem FC Luzern sein. Wer mitspielen möchte, muss das bei der Anmeldung unbedingt angeben und seine eigenen Sportsachen mitbringen.

Ob Forum für Lernende in Graubünden oder Lernenden-Forum in Luzern: Die Teilnahme ist für die Lernenden kostenlos. Da die Plätze begrenzt sind, ist rasches Anmelden empfohlen.

 Riccarda Frei


Mehr Informationen zu den Anlässen

23. Forum für Lernende, Lenzerheide: 
gastrograubuenden.ch

Lernenden-Forum 2026, Luzern: 
gart.ch