Am 30. und 31. August dreht sich im Kunsthaus Zürich alles um schönste Schweizer Weinkunst.

Jungwinzerinnen und -winzer zeigen am Swiss Wine Tasting, wie die neue Generation der Schweizer Weine schmeckt. (ZVG)
Am Montag, 31. August, startet der Rundgang durch die Schweizer Weinszene im Kongresshaus Zürich mit einem Willkommensglas. Zu entdecken gibt es Tropfen von Weingütern rund um den Zürichsee. Ein paar Schritte weiter stehen neue Ideen, unkonventionelle Wege sowie jede Menge Herzblut im Fokus. Mitglieder der Vereinigung Jungwinzer Schweiz zeigen, wie Weine der neuen Generation schmecken. Weinkunst findet sich auch unter Crus von rund 150 Spitzenproduzentinnen und -produzenten aus allen Landesteilen. Zu verkosten gibt es zum Teil längst ausverkaufte Raritäten aus ihren persönlichen Kellern.
Eine Sonderschau gibt es zum enkeltauglichen Weinbau. So zeigen Winzerinnen und Winzer Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, den sogenannten Piwi. Das Sortiment reicht von klassischen Weinen über «Amber (Orange) Wines» bis hin zu alkoholfreien Rebensäften. Dazu werden passende kulinarische Spezialitäten angeboten.
Unter dem Titel «Petite Arvine ganz gross» führen Swiss Wine Valais und José Vouillamoz, Ampelologe-Genetiker, durch die Geschichte der Walliser Rebsorte. Am Beispiel von sechs repräsentativen Weinen zeigen sie den Einfluss unterschiedlicher Terroirs auf den Ausdruck der Königin der Walliser Weissweine.
In drei Workshops geht es um das Bestimmen von Wein. Alexandra Banhidi, Präsidentin des Deutschschweizer Sommelierver bands, stellt Weine vor, die später an der «Blind Tasting Bar» nachverkostet und hoffentlich richtig wiedererkannt werden.
Um Sensorik geht es auch im Atelier «Ein Glas für jede Rebsorte». Gläserexperte Christian Kraus präsentiert rebsortenspezifische Riedel-Gläser, die Duft und Geschmack eines Weins optimal zur Geltung bringen.
Der Sonntag, 30. August, steht im Zeichen gereifter Weine. In einer exklusiven Masterclass am Vormittag kommen Liebhaberinnen und Liebhaber grosser Bordeaux-Blends auf ihre Kosten. Jean-Pierre Pellegrin von der Domaine Grand’Cour in Peissy/GE und Mémoire-Mitglied der ersten Stunde stellt in einer Vertikaldegustation ausgewählte Jahrgänge seiner Assemblage aus Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon vor – zurück bis ins Jahr 2006. Der Genfer Winzer wird sich mit dem Weinkritiker und Parker-Reviewer Stephan Reinhardt austauschen. Ergänzt werden ihre Kommentare durch die wissenschaftlichen Anmerkungen von José Vouillamoz.
Das Reifepotenzial bester Schweizer Weine wird nach wie vor unterschätzt. Dabei stehen viele zehnjährige Crus erst am Beginn ihrer Trinkreife. Den Beweis dafür liefert der Jahrgang 2016. Im Rahmen des Swiss Wine Vintage Award wurden 134 Muster verkostet und bewertet. Mehr als 70 bestbenotete Weine stehen am Vintage Tasting zur freien Verkostung bereit. 56 davon stammen aus der Schatzkammer des Mémoire des Vins Suisses, unter dessen Patronat der Swiss Wine Vintage Award steht.
Zudem können in der zweiten Ausgabe der Retrospektive Weine von zwei Dutzend Preisträgerinnen und Preisträgern der «Vintage Awards» der Jahre 2022 bis 2025 probiert werden. Diese Raritäten stammen sowohl aus der Schatzkammer des Mémoire als auch aus privaten Beständen bester Schweizer Weingüter. Exklusiv mit dabei sind Grössen wie Marie-Thérèse Chappaz aus Fully/VS und Rico Lüthi aus Männedorf/ ZH.
(Gabriel Tinguely)