Die Gastkolumne von Rainer Hoffer, Pächter Rössli Illnau, Inhaber FOH Consulting, Vorstand Gastrofutura.

Rainer Hoffer. (ZVG)
Die furchtbare Katastrophe in Crans-Montana zwingt nicht nur Hoteliers und Gastronomen innezuhalten. Sie betrifft alle Schweizer Unternehmen – und stellt die Frage nach unternehmerischer Verantwortung und der Zusammenarbeit mit Behörden neu. Lebensmittelhygiene, Arbeitssicherheit, Deklarationspflichten oder die Ausbildung von Lernenden: Kontrollen sind selten angenehm. Sie wirken wie Vorsorgeuntersuchungen – solange nichts passiert, erscheinen sie lästig. Bis eben doch etwas passiert. Natürlich gibt es im Unternehmerleben schönere Momente, als kontrolliert zu werden. Doch das Wohl unserer Gäste und Mitarbeitenden muss oberste Priorität haben. Persönlich erlebe ich Kontrollen meist als konstruktiv – sofern die Grundlagen im Betrieb stimmen. Dass der Staat bei erstmaligen, geringfügigen Verstössen mahnt statt straft, ist sinnvoll. Nicht jeder Fehler ist ein Kapitalverbrechen. Wiederholungstäter hingegen müssen mit Konsequenzen rechnen – auch das ist richtig. Untenehmer tragen Verantwortung. Nicht nur finanziell, sondern auch moralisch. Das unternehmerische Risiko darf niemals auf dem Rücken von Gästen und Mitarbeitenden ausgetragen werden. Das Unglück in der Bar «Le Constellation» hat uns dies schmerzhaft vor Augen geführt. «Diese furchtbare Tragödie zeigt, wie wichtig klare Strukturen und ein verantwortungsvolles Miteinander aller Beteiligten sind», sagt Gastrosuisse-Präsident Beat Imhof. Und hat damit recht. Niemand darf aus Kostendruck bei der Sicherheit sparen. Denn auch für uns gilt: Das Vertrauen unserer Gäste ist unser höchstes Gut. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.
(Rainer Hoffer)