Wenn es im Februar und März im Cateringgeschäft ruhig ist, nutzen Sandro Dubach und sein Team die Zeit, um der nicht enden wollenden Fantasie freien Lauf zu lassen und um Neues auszuprobieren.
Zum diesjährigen Pop-up von Roh & Nobel landete die Einladung als Papierflieger im Briefkasten. Für die fünfte Ausgabe haben Sandro Dubach und sein Team das Aliana Eventlokal in Rüfenacht/BE in ein Flugzeug verwandelt. So erhielt beim Check-In an der Worbstrasse jeder Gast einen Boarding-Pass. Der Welcome-Drink wurde am Gate 87 serviert. Im Restaurant verstauten die Servicemitarbeitenden Handgepäck in Overhead-Bins. Die Menükarte in Form eines Schweizer Passes beschrieb die Destinationen und die Gäste konnten raten, wohin der Flug ging. Die Auflösung gab es später in Form eines Einreisestempels. Dass es am Gate einen Fotoautomaten gab und als «Zwischengericht» Schere, Kleber und Kugelschreiber serviert wurden – der Pass sollte so authentisch wie möglich wirken –, war ein weiteres witziges Detail.
Die kulinarische Reise begann mit Häppchen aus den vier Schweizer Sprachregionen: Randenravioli gefüllt mit geräuchertem Gemüse, Maronkrokette, einem Ei mit Capuns-Füllung sowie Pâté en croûte. Der Abflug war geglückt.
Von Peru inspiriert, jedoch mit Schweizer Zander umgesetzt, ging es mit Ceviche zur ersten Destination. Viel Limettensaft machte Lust auf mehr.
Die dänisch-nordische Küche inspirierte zu einer konzentrierten Kreation von Knollensellerie: geschmort, püriert, als Jus und gepickelt. Dazu wurden knuspriges Roggen-Sauerteigbrot und Trüffelbutter gereicht. Ein Hoch auf die Butter.
Die südfranzösische Bouillabaisse kam als Fischflan mit hauchdünnem Crouton, Aioli und Krebs-Bisque daher. Spanien inspirierte zu fünf Tapas. Und mit Malfatti, Quark-Gnocchi, an Haselnussbuttersauce ging die Reise weiter nach bella Italia. Vorfreude auf die Sommerferien kommt auf.
Lammrücken aus der Region, orientalisch gewürzt, und eine Interpretation von Kebab gaben Hinweise auf die Destination zum Hauptgang. Fernweh und Istambul liessen grüssen.
Tzatziki aus Gurken-Granité, Zitroenenglace und aufgeschäumtem griechischem Joghurt war ein erfrischendes Pre-Dessert. Ein Häppchen für die Götter.
Mit Gebäck und Cremen machte Wien den krönenden Abschluss.
«Aufgrund der geplanten Flugreise ist ausreichender Butterkonsum zwingend erforderlich», schreibt die Kabinen-Crew auf einem Informationsblatt. «Bitte achte auf deinen Butterhaushalt.» Um möglichst entspannt am Ziel anzukommen, wird zudem eine grosszügige Flüssigkeitszufuhr empfohlen.
Neben ausgesuchten Weinen wie dem frischfruchtigen St. Magdalener aus dem Südtirol empfahl Stewardesse Stefanie Däppen kreative alkoholfreie Alternativen. Eine davon war eine klare, vollmundige Tomatenessenz von der Ernte des Sommers 2025. Ein weiterer Drink aus Rooibos-Tee und vielen weiteren Zutaten duftete intensiv nach Orangenzeste. Am Gaumen wurde der leicht bittere Rooibos-Geschmack von Vanille- und Kaffeenoten abgerundet, was hervorragend zum Dessert passte.
Natürlich durfte die Flugreise nicht enden, ohne den Duty-Free-Shop zu besuchen. Zu den das Menü begleitenden Weinen wurde dort als Souvenirs allerlei Selbstgemachtes angeboten.
Das Pop-up The Golden Cabin wird vom 19. Februar bis zum 28. März jeweils von Donnerstag- bis Samstagabend angeboten. Rund vier Stunden dauert der Flug. Die Reisedaten sind bereits gut ausgelastet. Wie im echten Flugbetrieb gibt es jedoch für alle Termine Wartelisten.
(Gabriel Tinguely)