Mehr Unterricht in der Zwischensaison, damit Lernende in der Hauptsaison den Betrieben zur Verfügung stehen. Die Hotelfachschule Thun kommt Ausbildungsbetrieben mit einem neuen Konzept entgegen. Und neu in Zürich startet die Minerva Schweiz AG mit dem Bildungsgang Hotel-Kommunikationsfachfrau/-mann EFZ.
Die Hotelfachschule Thun bietet für angehende Hotel-Kommunikationsfachleute ein neues Ausbildungsmodell an, das den Schulbetrieb stärker an den saisonalen Rhythmus der Branche anpasst. Ab dem Ausbildungsjahr 2026/27 können Betriebe, die Hotel-Kommunikationsfachleute EFZ ausbilden, zwischen zwei Modellen wählen. Neben der klassischen Ausbildung steht erstmals ein saisonoptimiertes Blockmodell zur Verfügung. Dabei wird ein grosser Teil des Unterrichts in die Zwischensaisons verlagert. Während der Hauptsaison stehen die Lernenden vermehrt in ihren Betrieben im Einsatz.
Die Schule will damit ein Problem lösen, das viele touristische Unternehmen seit Jahren beschäftigt: Gerade dann, wenn die Nachfrage am höchsten ist, fehlen Lernende aufgrund von Schulunterricht oder obligatorischen Kursen. «Die Tourismusbranche braucht Ausbildungsmodelle, die ihrer Realität entsprechen», sagt David Delessert, Leiter Grundbildung der Hotelfachschule Thun. «Mit dem neuen Modell erhalten die Betriebe mehr Handlungsspielraum, ohne dass die Ausbildungsqualität darunter leidet.»
Mit dem neuen Modell sollen Lernende künftig dort eingesetzt werden können, wo sie den grössten Nutzen für ihren Betrieb entfalten. Für Ganzjahresbetriebe bleibt das bisherige Ausbildungsmodell unverändert bestehen. Die Hotelfachschule Thun sieht darin einen wichtigen Schritt, um die Attraktivität der beruflichen Grundbildung in der Hotellerie und Gastronomie weiter zu stärken.
Parallel zur Einführung des Saisonmodells bündelt die Schule ihre Ausbildungsangebote konsequent an einem Standort. Unterricht, praktische Ausbildung und überbetriebliche Kurse finden auf dem Campus in Thun statt. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet dies weniger organisatorischen Aufwand und geringere Absenzen durch Reisezeiten. Gleichzeitig profitieren die Lernenden von enger verzahnten Theorie- und Praxisphasen.
Ergänzend dazu führt die Hotelfachschule Thun ein neues Unterkunftsmodell ein. Ab sofort können Lernende flexibel entscheiden, ob sie während der Schulphasen auf dem Campus wohnen oder lediglich das Verpflegungsangebot nutzen möchten. «Wir schaffen damit eine Win-Win-Situation», sagt Raphaël Gaudart, Site Manager und Schulleiter der Hotelfachschule Thun. «Die Betriebe gewinnen an Stabilität in den arbeitsintensiven Zeiten, während die Lernenden von klar strukturierten Ausbildungsphasen und einer modernen Lernumgebung profitieren.»
Die Minerva Schweiz AG hat vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich die Bewilligung erhalten, am Standort Zürich den Bildungsgang Hotel-Kommunikationsfachfrau/-mann EFZ (HoKo) im Rahmen der schulisch organisierten Grundbildung anzubieten. Im Laufe des Monats August startet der erste Lehrgang mit 14 Lernenden.
(mm/rup)