Die teuerste Seife

Sie ist mit Gold und Diamanten bestückt und wurde für Könige gemacht. Die teuerste Seife hat schon fast Legendenstatus erreicht. Für die Pflegewirkung zählen aber vor allem gute Zutaten.

Sie hat einen Wert von über 2500 US-Dollar und enthält Gold- und Diamantstaub: Entworfen wurde die Qatar Royal Soap 2013 als Einzelstück. Laut Berichten ging sie an die Königsfamilie von Katar, als Ehrerweisung und zum Beweis der handwerklichen Fähigkeiten des Herstellers. Einige Quellen behaupten, weitere Exemplare werden seither an auserlesene Berühmtheiten verkauft, sicher ist das aber nicht. «Gold kann man schon verwenden. Ausser dass es hübsch aussieht, hat es aber keinen Effekt.» Das sagt Claudia Schweizer. Seit 2009 stellt sie ihre eigene Naturseife her, seit 2022 verkauft sie ihre Produkte unter dem Label Schweizer Seifen. Sei es Kohle, Kaffee, Safran oder Gold: «Bei Seifenrezepturen sind der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt.» Claudia Schweizer stellt aber infrage, besonders exklusive Zutaten für Seife zu verwenden. «Man muss bedenken, dass die Einwirkzeit kurz ist, das Produkt gleich wieder abgewaschen wird.» Ein Nachtkerzenöl zum Beispiel, das sehr aufwendig in der Herstellung ist, mache sich besser in einem Pflegeöl oder einer Lotion.

Ein Preisvergleich zeigt, dass in der Schweiz hergestellte handwerkliche Naturseife zwischen neun und achtzehn Franken pro 100 Gramm kostet. Am stärksten fallen laut Claudia Schweizer die ätherischen Öle ins Gewicht. Je nach Pflanze braucht es sehr viel Rohstoff, um sie herzustellen. Vergleichsweise erschwinglich ist beispielsweise Lavendelöl. Rosenöl hingegen ist sehr teuer.

Luxusöl oder Massenrohstoff

Auch bei den Ölen und Fetten für die Seifenbasis gibt es grosse Unterschiede. Besonders teuer sind zum Beispiel Jojoba- und Arganöl. Letzteres fällt unter die Kategorie der Luxusöle, wegen seiner Seltenheit und dem grossen Produktionsaufwand. Am anderen Ende der Skala liegen unter anderem Raps- und Palmöl. Letzteres ist für die Seifenherstellung interessant, weil es sehr günstig ist, die Seife hart und den Schaum cremig macht. Aber es ist ökologisch umstritten, unter anderem wegen der Abholzung von Regenwald für Palmölplantagen.

«Innerhalb der verschiedenen Kategorien gibt es wiederum Unterschiede zwischen raffinierten und naturbelassenen Qualitäten, zwischen Bio und konventioneller Produktion», so Claudia Schweizer. Sie selbst setzt für ihre Seifen auf Oliven- und Kokosöl sowie Sheabutter. «Mir ist Bio-Qualität und Vegan-Zertifizierung sehr wichtig.» Am Ende muss man sich beim Seifen-Einkauf im Klaren sein, welche Aspekte für einen selbst oder für den Betrieb wichtig sind. «Man sollte auf jeden Fall die Inhaltsstoffe prüfen und worauf der Hersteller Wert legt», rät Schweizer. Ausserdem sollte gerade im Gastgewerbe auf möglichst neutrale Gerüche geachtet werden, die vielen gefallen. «Lavendel mögen die meisten, Patchouli zum Beispiel ist eher umstritten.»

(Alice Guldimann)


Mehr Informationen unter:

schweizerseifen.ch