Publikumsmagnet Pubquiz: wie Betriebe vom Spielspass profitieren

Volles Haus, glückliche Gäste: Quiz-Abende sind vielerorts beliebt und können das Geschäft an ruhigen Tagen ankurbeln.

Das Pubquiz hat seinen Ursprung im England der 60er- und 70er-Jahre. In den letzten Jahren hat sich das Quiz-Fieber auch in der Schweiz verbreitet. Zu den Vorreitern in der Stadt Bern gehörte die «Barbière». Das Lokal vereint seit 2014 Restaurant, Pub und eine hauseigene Brauerei. Seit dem Start gehört das monatliche Pubquiz dazu, wie Geschäftsführer und Teilhaber Andreas Bart erzählt. Inspiriert vom englischen Pub gibt es am Quiz-Abend – dem ersten Montag im Monat – Shepherd’s Pie. Dazu Bier oder hausgemachten Eistee.

Pub-Quiz bieten Gemeinschaftsgefühl mit einer Herausforderung. (Adobe-Stock)

Alkoholische Getränke seien beim Pubquiz nicht übermässig gefragt. «Eine Besonderheit von unserem Quiz ist, dass es sehr anspruchsvoll ist.» Um die Ecke denken sei gefragt, 08/15-Fragen gebe es keine. So hat sich über die Jahre eine treue Stammkundschaft ergeben, die sich in der «Barbière» zum Quizzen trifft. Das Pubquiz ist so bis Ende Jahr ausgebucht.

Gut besucht ist das Pubquiz jeweils auch im Revier Hotel Säntispark in Abtwil/SG, das letztes Jahr umgebaut und als Teil der Revier-Gruppe neu eröffnet wurde. «Unser Ziel war, durch solche Events Hemmschwellen abzubauen und die Leute aus der Region zu uns ins Hotel zu holen», sagt Direktor Pascal Sloof. Der Plan ist aufgegangen, bisher waren alle Quiz-Abende ausgebucht. «Die meisten Gäste kommen aus der Region, manchmal schaffen wir spontan noch etwas Platz für unsere Hausgäste.»

Der Quizmaster ist das A und O

Die Pubquiz finden in der Selfservice-Bar des Hotels statt, wo sich die Gäste selbst an Zapfhähnen bedienen können. Da die Events meistens unter der Woche durchgeführt werden, mache das bei der Konsumation schon einen spürbaren Unterschied, so der Direktor. Organisatorisch hat das Team nur einen kleinen Zusatzaufwand durch das Umstellen der Bar-Möbel. Das Zusammenstellen der Fragen übernehmen die Quiz-Füx – eine Gruppe aus der Region, die Quiz-Anlässe organisiert – zum Beispiel auch für Firmenanlässe oder Geburtstage. «Müsste man das Quiz selbst zusammenstellen und möchte ein gewisses Niveau erreichen, wäre der Aufwand sehr gross», sagt Pascal Sloof. Wenn man jemanden im Team oder Bekanntenkreis habe, der das gerne macht, empfiehlt er das Pubquiz auf jeden Fall anderen Betrieben weiter. «Auch wir würden es gerne häufiger durchführen, weil es so gut ankommt.» Bereits angedacht sei die Einführung eines Quiz-Abends im Revier Hotel Saas Fee, als eine etwas andere Art des Après-Ski.

Erfolgreich etabliert sind Quiz-Abende bereits an verschiedenen Standorten der Tibits-Restaurants. «Unsere ‹Quizbits› sind mittlerweile legendär», sagt CEO Daniel Frei: Je nach Standort und Datum seien die Veranstaltungen häufig ausgebucht oder sehr gut ausgelastet. Die Events zögen viele Stammgäste an, aber auch neue Gäste, die «Tibits» dadurch kennenlernten. Die Konsumation hingegen unterscheide sich kaum von einem normalen Abend. «Der Mehrwert liegt vielmehr darin, dass die Gäste länger bei uns verweilen und ‹Tibits› als Erlebnis wahrnehmen.» Für ein gelungenes Pubquiz brauche es eine gute Planung und einen erfahrenen Quizmaster. Das Konzept müsse ausserdem zu Marke und Zielgruppe des Betriebs passen.

In der «Barbière» funktionieren Quiz-Events seit zwölf Jahren. Heute wechseln sich verschiedene Teams aus den Quiz-Runden mit dem Erarbeiten der Fragen und Moderation ab. Das «Barbière»-Quiz ist heute längst nicht mehr das Einzige: «Gerade bei uns in der Stadt Bern ist das Angebot gross», sagt Andreas Bart. «Ich frage mich, ob der Markt irgendwann gesättigt sein wird.» Wer Lust habe, solle es aber unbedingt testen. «Das Zusammensein und sich gemeinsam einer Challenge zu stellen, kommt bei den Gästen sehr gut an.»

(Alice Guldimann)


Mehr Informationen unter:

barbiere-bern.ch
saentispark.revierhotels.com


So funktioniert’s

Beim Pubquiz treten Teams gegeneinander an und beantworten Fragen aus Themenbereichen wie Allgemeinwissen, Geschichte, Musik oder Sport. Am Ende gewinnt das Team mit den meisten Punkten, oft gibt es kleine Preise für die besten Platzierungen.